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Milchwirtschaft

DMK will schneller werden und Kosten senken

DMK-Mueller
Ingo Müller ist Sprecher der DMK-Geschäftsführung. © Foto: Werkfoto
von , am
10.11.2017

Wertschöpfung statt Volumen: Das ist eine der Kernbotschaften vom Deutschen Milchkontor DMK auf neun Regionalversammlungen in Deutschland und den Niederlanden.

Der Milchpreis ist in den letzten Monaten merklich gestiegen, DMK zahlt aktuell 40 Ct. DMK-Chef Ingo Müller: „Das wir zum Wettbewerb aufgeholt haben, liegt derzeit natürlich hauptsächlich am Markt. Aber auch unsere eigenen Anstrengungen zahlen sich aus.

"Kurzfristig sei es das Ziel, im Bundesdurchschnitt auszuzahlen, langfristig müsse man darüber liegen. Auf jeden Fall möchte DMK künftig keine rote Laterne mehr tragen in der Milchpreishitliste.

DMK: Auf Heimatmarkt und 30 Auslandsmärkte konzentrieren

Der Markt bietet viele Unsicherheiten. Die Milchmenge wächst, der Interventionsbestand ist hoch und kann durch das Umlenken von Milchströmen in andere Kategorien zu einer höheren Käseproduktion führen, die der Export nicht absetzen kann.

Das wird auf Kernprodukte Druck ausüben. Hinzu kommen in immer kürzeren Zeitintervallen ein immer höheres Maß an Regulierung und wechselnde Verbrauchergewohnheiten. Ziel für die Zukunft ist es, stark im Heimatmarkt zu bleiben und sich auf 30 Auslandsmärkte (derzeit sind es 100) zu konzentrieren. Müller: „Deutschland und Holland ist unser Dreh- und Angelpunkt. Wir müssen kein internationaler Megakonzern werden, sondern uns auf die Märkte konzentrieren, in denen wir Profit machen."

DMK will mehr an umkämpften Handelsmarken verdienen

Auch bei den hart umkämpften Handelsmarken soll mehr Geld rausgeholt werden. Dazu möchte DMK mit den großen Händlern gemeinsame Strategien entwickeln.

Man wolle mehr wie ein Lebensmittelhersteller und weniger wie ein Rohstoffverwerter denken, sowie auch schneller auf neue Trends reagieren. Mitte 2018 wird die Produktion in Strückhausen mit Babynahrung anlaufen.

250 Stellen bei DMK abgebaut

Ansonsten gab es beim DMK in den vergangenen zwölf Monaten jede Menge Veränderungen. Es wurden sechs Geschäftsbereiche aufgebaut, die seit April eigenständig am Markt agieren und jeweils die volle Verantwortung für Vertrieb und Produktion haben.

Über 1.500 Mitarbeiter in allen Unternehmensbereichen wurden an neue Arbeitsplätze versetzt, 250 Stellen abgebaut. Dadurch will das Unternehmen langfristig den Kostenapparat senken.

Für Haupt- und Ehrenamt ist Milkmaster ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Milchproduktion und zum Tierwohl in Deutschland. Nach zwei Jahren wurden nun im Bonussystem Verbesserungen angeschoben, um es einfacher und praxistauglicher zu machen. Kernpunkte sind Kuhkomfort, Tiergesundheit, Umwelt, Fütterung und Milchqualität. 

Milchkündigungen bringen Veränderungen mit sich

Aufgrund der Kündigungen von Mitgliedern sinkt die Rohstoffmenge. Bis Ende 2018 stehen rund 1,7 Mrd. Kilogramm in Kündigung – wenn alle Kündigungen aufrechterhalten bleiben.

Daraus folgernd werden, wie berichtet, die Standorte Rimbeck, Bad Bibra und Rügen geschlossen und in Nordhackstedt wird die Konfektionierung eingestellt.

Die erforderlichen Rückstellungen wurden bereits vorgenommen. Die eingesparten Fixkosten sollen im zweistelligen Millionenbereich liegen.

Vor dem Hintergrund der Milchkündigungen hat man zudem weitere Vorkehrungen getroffen. Über strategische Partnerschaften (mit noch nicht genannten Partnern) möchte man auch künftig Nordhacksteck und Hohenweststedt voll auslasten.

Müller kündigte an, die Produktionskosten insgesamt weiter zu reduzieren, kein leichtes Unterfangen bei rückläufiger Milchmenge. Er betonte, DMK werde den Wegfall von Milchmengen auch nutzen, um aus schlechten Verwertungen auszusteigen.

Die Regionalversammlungen laufen noch bis 14. November. Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst 46/17.

Landwirtschaft XXL: Besuch auf einem Milchviehbetrieb in Iowa

Jersey-Kühe auf der Weide
Katrin Fischer reiste als Vertreterin deutscher Junglandwirte in die USA zum Transatlantic Dialogue. Eine der Stationen war ein Milchviehbetrieb in Iowa, der 2014 aus dem Nichts entstanden ist. 4.500 kleine Jersey-Kühe werden dort gehalten und gemolken. © Katrin Fischer
Melkstände
Alles ist ein bisschen größer als in Deutschland: Zwei Doppel-30er-Side-by-Side-Melkstände stehen nebeneinander. Je drei Melker sind darin beschäftigt. Außer bei Katrin Fischers Besuch, da stehen weitere 3 Kontrolleure wegen der Milchprüfung, mit im Melkstand. Von da aus geht es in die Milchkammer. © Katrin Fischer
Truck holt Milch
Milchkammer kann man jedoch nicht wirklich sagen - es gibt keinen Milchtank! Die Milch fließt direkt in die an der Außenwand abgestellten Trucks zum Transport in die Molkerei. Bei Schnee und Eis kann das zum Problem werden: Dann bleiben fünf Stunden, um den Weg frei zu bekommen. Sonst wird's eng mit der Milch. © Katrin Fischer
Milchviehstall
Weiter geht es durch den Kuhstall, in dem die zu Melkenden stehen. Die Autorin vermisst die Entmistungsanlage für den planbefestigten Boden ... © Katrin Fischer
Güllefass im Stall
Und was soll der Schlepper mit Güllefass im Stall? Vacuuming - übersetzt: Staubsaugen. Naja, Staub ist nicht das richtige Wort. Hier läuft das Entmisten so: Wenn die Kühe beim Melken sind, sind die Gänge leer und der Schlepper mit Fass kann in den Stall. Vor dem Güllefass läuft ein Schieber, der die Scheiße zusammenschiebt und das Güllefass saugt die Ansammlung ein. © Katrin Fischer
Kühe gehen zum Melken
Auch wenn die Jerseys klein sind – zwischen den drei Melkzeiten sammelt sich da ganz schön viel Kot an. "Und so wundert es mich auch nicht, dass ich im Stall jede Menge Tiere mit Klauenproblemen sehe." © Katrin Fischer
Radlader in Gülle-Lagune
Die aufgesammelte Gülle wird dann in eine Güllelagune gepumpt. Bevor sie aber eingelagert wird, wird zuerst noch der Sand aus den Liegeboxen „aussortiert“. Dazu wird die Gülle mit Wasser verdünnt und ein Radlader schiebt die Gülle mehrfach durch die „Station“. © Katrin Fischer
Schild Wakefield Farms
Alles in allem ist die deutsche Agrarjournalistin und Junglandwirtin ziemlich beeindruckt von den modernen Wakefield Farms. Auch wenn die Menge an Rindern zu viel Gülle führt: Die Luft im Stall ist gut, bestimmt auch im Sommer. Ventilatoren sind ja ausreichend vorhanden und zudem werden bis zu einer Außentemperatur von 25 °C auch noch die Curtains geöffnet. © Katrin Fischer
Selfie von Katrin Fischer und einer Kuh
"But first, let me take a selfie!" Wir danken Katrin Fischer und Hofheld.de ganz herzlich für die tollen Einblicke! © Katrin Fischer
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