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Wirtschaft & Unternehmen

Einzelkornsaat Weizen: Die Horsche-Versuche versprechen viel

von , am
11.04.2014

Horsch feierte kürzlich mit deutschsprachigen Vertriebspartnern das 30-jährige Firmenjubiläum. In diesem Rahmen verkündeten Cornelia und Michael Horsch auch gleich einige Neuigkeiten.

Die Erweiterung des Horsch Produktionsstandortes in Ronneburg wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen. Baubeginn für das 20 Millionen Euro teure Projekt war im Juli 2012. Mit der größten Einzelinvestition in der Firmengeschichte wurde die Fläche in Ronneburg fast verdoppelt, um für das künftige Firmenwachstum gerüstet zu sein.
 
Im Bereich Horsch Industrietechnik wurde ein Stahllager über mehrere Ebenen von 3.400 m² errichtet sowie eine massive Erweiterung der Produktionskapazitäten von 5.300 m². Im Bereich Fertigung und Zuschnitt wurde in modernste Plasma- und Laserschneider sowie Schweißroboter investiert. Der Warenein- und ausgang wurde den neuen Kapazitäten angepasst. Die Investitionssumme für diesen Bereich beträgt rund 14 Millionen Euro.
 
Im Bereich der Produktion der Horsch Maschinen GmbH wurde ein Hallenanbau mit 4.500 m² errichtet. Hier entstand eine neue zweite Pulverbeschichtungsanlage für kleine Massenteile. Zudem entstand hier eine zusätzliche Lagerfläche neben der neuen Logistikhalle für den Warenein- und ausgang. Der Abstellbereich für fertige Maschinen wurde auf eine Kapazität von 400 Einheiten vergrößert. In diesem Bereich ist zusätzlich ein richtiges Verladezentrum für LKW entstanden. Die Investitionen für diese Bereiche belaufen sich auf rund sechs Millionen Euro.
 
Für Marketingchefin Cornelia Horsch ist die Einschätzung des Wirtschaftsjahres 2014 noch nicht einfach. "Wir wissen mit den aktuellen politischen Entwicklungen im Osten noch nicht genau, wo die Reise hingeht. Haben aber ja den Umsatz in den vergangenen Jahren nach Ländern und Produkten auf eine breite Basis gestellt." Sie kündigte im Herbst am Stammsitz in Schwandorf mit dem Bau eines Schulungszentrums zu beginnen. Die Kosten liegen bei sieben Millionen Euro und sie rechne mit der Fertigstellung im Herbst 2015.
 
Firmenchef Michael Horsch informierte die Anwesenden über den Bau eines Produktionsstandortes in Brasilien in 2015. Dort laufen bereits Maschinen-Prototypen für die Soja und Mais-Aussaat. Stolz sei darauf, dass Horsch in der Vergangenheit immer organisch gewachsen sei. Das solle auch so bleiben, zumal auch schon die nächste Generation Horsch in den Startlöchern stehe. Für Michael Horsch geht der Trend im Ackerbau/der Aussaat immer weiter zur Präzision: "Mit der Einzelkornsaat im Weizen können wir den Weizenanbau revolutionieren. Wenn eine Weizenpflanze genug Platz hat, dann kann man, theoretisch, bis zu acht Ähren produzieren. Unsere Versuche stimmen mich da optimistisch." Dabei zeigte er ein Schaubild einer drei Meter Kreiselegge für die Einzelkornaussaat für Weizen und Raps.
 
Im Bereich Pflanzenschutz stellte Horsch die Aussage in den Raum "Was wäre, wenn man mit normalen Düsen bei einem Abstand von 30 cm 90 % Abdriftminderung erzielt?" Das könne noch keiner, aber er sei sich sicher, dass das Boom Control Pro System von Horsch in diesem Jahr diesen Beweis liefern werde.
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