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Fendt 1000: Kein normaler Traktor

von , am
30.09.2015

Mit der neuen Fendt 1000 Vario Baureihe hat AGCO/Fendt ein außergewöhnliches Entwicklungsziel verfolgt: Ein komplett neuer Standardtraktor in einem weltweit bisher noch nicht besetzten Leistungsbereich von 400 bis 500 PS. Was ist dran und drin in der Maschine?

Der Fendt 1000 Vario ist weltweit der erste Standardtraktor mit dem umfassenden Niedrigdrehzahlkonzept "Fendt ProDrive" und der Antriebstechnologie "Fendt VarioDrive".
 
Er ist vielseitig einsetzbar, beispielsweise für Transportarbeiten (60 km/h) oder schwere Zapfwellenarbeiten wie Holzhacken. Das geringe Leergewicht von nur 14 Tonnen prädestiniert ihn aber ebenso für Arbeiten mit geringem Bodendruck, wie z.B. die Aussaat. Dank flexiblem Ballastierungskonzept kann das Fahrzeug bedarfsgerecht mit bis zu 50 Prozent seines Grundgewichtes aufballastiert werden. Durch seine modulare Ausstattung mit/ohne Heckkraftheber oder Heckzapfwelle und einer großen Anzahl an Hydraulik-, Anhängungs- und Krafthebervarianten ist er kompatibel mit allen gängigen Anbaugeräten, auch bisheriger Großtraktoren. Konstruktiv ausgelegt wurde der Fendt 1000 Vario für schwerste Zugarbeiten, die bisher v.a. Knicklenkern sowie Raupen- und Systemtraktoren vorbehalten waren.
 
Der Fendt 1000 Vario ist der erste Standard-Großtraktor mit dem umfassenden Niedrigdrehzahlkonzept Fendt ProDrive. Das bedeutet, sämtliche Fahrzeugkomponenten (Motor, Getriebe, Lüfter, Hydraulik und weitere Nebenverbraucher) wurden bei der Entwicklung aufeinander abgestimmt und auf das sogenannte "high torque – low engine speed" Prinzip ausgelegt - also ein höheres Drehmoment bei niedriger Motordrehzahl für einen minimalen spezifischen Kraftstoffverbrauch.


Ausgestattet ist der Großtraktor mit einem kompakten MAN Sechszylinder-Motor mit 12,4 Liter Hubraum und VTG Turbolader. Der Turbolader sorgt für eine dynamische Leistungsentfaltung und ein hohes Drehmoment schon im unteren Drehzahlbereich. Diese Leistungsreserven tragen wesentlich zur Realisierung des Fendt ProDrive Konzeptes bei.
 
Das maximale Drehmoment von bis zu 2.400 Nm liegt beim Fendt 1050 Vario bei nur 1.100 U/min. Das Niedrigdrehzahlkonzept ist ausgelegt auf 1.700 U/min. Der Hauptarbeitsbereich liegt zwischen 1.150 bis 1.550 U/min.
 
60 km/h Höchstgeschwindigkeit erreicht der 1000 Vario mit spritsparenden 1.450 U/min, 50 km/h mit 1.200 U/min, bei 40 km/h liegt die Drehzahl bei nur 950 U/min.
 
Kombiniert ist der Motor mit dem neuen stufenlosen Antriebskonzept VarioDrive. Schon bei der Konstruktion des Traktors wurden Motor und Getriebe zusammen konzipiert, optimiert und aufeinander abgestimmt. Mit dem VarioDrive entwickelte Fendt das Vario-Getriebe nicht nur weiter, sondern entwickelte einen komplett neuen Antriebstrang.
 
Bislang versorgte man über das klassische Getriebe die Hinterachse und im Falle des zugeschalteten Allradantriebs auch die Vorderachse in einem festen Verhältnis mit Drehmoment. Mit dem neuen VarioDrive kann nun die Vorderachse über einen zweiten, separaten Getriebeausgang unabhängig von der Hinterachse angetrieben werden. Das bekannte Vario-Getriebe wurde zum VarioDrive Antriebstrang erweitert, der direkt auf die beiden Achsen wirkt.
 
Der Triebsatz des VarioDrive arbeitet hydrostatisch-mechanisch leistungsverzweigt. Er verfügt über eine Hydropumpe und zwei unabhängige Hydromotoren, die jeweils Vorder- und Hinterachse getrennt voneinander mit Antriebsmoment versorgen. Der Hydromotor HA (Hinterachse) wirkt mit einer hydrostatisch-mechanischen Leistungsverzweigung über Planetensatz und Summierung im gesamten Geschwindigkeitsbereich auf die Hinterachse. Der Hydromotor VA (Vorderachse) ist direkt mit der Vorderachse verbunden und sorgt somit hauptsächlich auf dem Feld für eine hohe Zugkraft. Durch die intelligente Überlagerung der Wirkbereiche vom Antrieb auf Vorder- und Hinterachse steht die maximale Getriebeausgangsleistung über den gesamten Fahrbereich von 0 bis 60 km/h ohne Zugkraftunterbrechung (Fahrbereichsschaltung) zur Verfügung.
 
Da der Hydromotor VA dank intelligenter Getriebeauslegung ab ca. 25 km/h kein Drehmoment mehr an die Vorderachse überträgt, wird dieser bei höheren Geschwindigkeiten komplett abgekoppelt. Damit entfallen Schleppverluste, die wesentlich zu einer Effizienzsteigerung bei Straßenfahrten beitragen.


Die Vorder- und Hinterachse jetzt getrennt antreiben zu können, eröffnet für den Fendt 1000 Vario neue Möglichkeiten: Zugkraftoptimierung, vollständige Automatisierung des Allradantriebes oder optimierte Wendigkeit.
 
Durch den unabhängigen Antrieb der Vorderachse ergibt sich beim Fendt 1000 Vario die Gelegenheit, einen Allradantrieb ohne festes Vorlaufverhältnis der Vorderachse zu realisieren. Der aktive Vorderradantrieb ist bei Kurvenfahrt in der Lage, den Traktor aktiv in die Kurve zu ziehen - ein sogenannter „pull-in-turn“ Effekt. Der Wendekreis im Feld wird durch diesen Effekt allein um 10 Prozent reduziert. Der sonst übliche Reifenabrieb der Vorderreifen beim Wenden auf der Straße wird mit VarioDrive minimiert.
 
Grundsätzlich wird das Drehmoment unabhängig an beide Achsen frei verteilt und das Getriebe wirkt wie ein Zwischenachsdifferential ohne festes Übersetzungsverhältnis zwischen Vorder- und Hinterachse.
 
Tritt an der Vorder- oder Hinterachse Schlupf auf, kann VarioDrive mithilfe einer intelligent geregelten Allradkupplung Drehmoment von einer Achse zur anderen verschieben. Diese Regelung der Drehmomentverteilung sorgt für Schlagkraft durch eine optimale Zugkraftübertragung auf die jeweilige Achse.
 
Die Kühlungstechnologie des Fendt 1000 Vario wurde neu entwickelt und ebenso konsequent auf niedrige Drehzahlen und eine extrem kompakte Bauweise ausgelegt: Das Concentric Air System (CAS).
 
Herzstück des CAS ist ein konzentrischer Hochleistungslüfter, der vor den Kühlpaketen sitzt und kalte Luft durch die Wärmetauscher drückt. Durch seine kompakte und präzise Fertigung, weist er einen hohen Wirkungsgrad auf. So beträgt der Spalt zwischen den metallischen Lüfterschaufeln und der Aluminiumhutze weniger als 2 mm.
 
Das Lüfterrad vor dem Kühlpaket saugt im Gegensatz zu Standardlüftern kalte Luft an. Da kalte Luft eine höhere Luftdichte hat, kann mehr Luftmasse durch die Wärmetauscher gedrückt werden und damit im Verhältnis viel Wärme aufgenommen und abgeführt werden.
 
Die Abmaße des Concentric Air System (CAS) können dank geleitetem Luftstrom überaus kompakt gehalten werden. Diese Bauweise sowie die Positionierung des CAS direkt über der Vorderachse, ermöglichen einen besonders guten Lenkeinschlag und damit auch eine überragende Wendigkeit des Fendt 1000 Vario.
 
Die leicht nach oben geneigte Lüfteranordnung und eine abgerundete Lüfterhutze sichern eine breite Luftanströmung und reduzieren das Ansaugen von Ernterückständen. Um bei starker Staubbelastung die Kühlleistung auf einem konstant hohen Niveau zu halten, ist optional eine Umkehrfunktion integriert. Diese Funktion kann über das Varioterminal angewählt werden. Das CAS ändert seine Drehrichtung und entfernt Staub und Ernterückstände auf dem Kühlergrill.
 
Das CAS wird durch einen eignen Hydraulikmotor angetrieben. Damit ist es komplett von der Motordrehzahl entkoppelt und kann flexibel und bedarfsgerecht angesteuert werden. Die hohe Effizienz sowie die bedarfsgerechte Auslegung des Gesamtkühlsystems führen zu einer Reduktion der benötigten Antriebsleistung um bis zu 70 Prozent (Vergleich Standardlüfter).
 
Der insgesamt niedrige Geräuschpegel durch Fendt ProDrive, die minimierten Lüfterdrehzahlen sowie die geringen Spaltmaße an der Hutze ergeben ein niedriges Geräuschniveau sowohl außerhalb als auch in der Kabine und sorgt dadurch für ein angenehmes Arbeiten auch bei Volllast.
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Der neue Fendt 1000 Vario verfügt optional über eine Hydraulik mit zwei hocheffizienten und voneinander unabhängigen, hydraulischen Kreisen.
 
Zwei autonome Axialkolbenpumpen können bedarfsgerecht Ansprüche an unterschiedliche Durchfluss- und Druckniveaus in den beiden Hydraulikarbeitskreisen erfüllen. Der Volumenstrom der Regelpumpe 1 liegt bei 220 l/min, der bei Regelpumpe 2 bei 210 l/min. Dadurch können zwei Verbraucher eines Anbaugerätes, die unterschiedliche Ansprüche an Durchfluss und Druckniveau haben, von je einer Pumpe angesteuert werden. Die Pumpen fördern dank integrierter Druckbegrenzungsventile in ihrem Arbeitskreis bei entsprechendem Druck immer bedarfsgerecht die passende Menge Öl. Damit ist auch die hohe Hydraulikleistung auf das Fendt ProDrive Niedrigdrehzahlkonzept perfekt abgestimmt.
 
Auf der Internationalen Pressekonferenz 2014 wurde der Fendt 1000 Vario erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Die Fendt Life Cab als weiterentwickelte Traktorkabine sowie das neue Beleuchtungskonzept wurden auf Schloss Neuschwanstein vorgestellt. Auf der Weltleitmesse für Landtechnik, der Agritechnica 2015, wird das revolutionäre Konstruktionskonzept in allen technischen Details erstmals vorgestellt. In vier Modellen wird der Fendt 1000 Vario im ersten Quartal 2016 an die ersten Kunden ausgeliefert.
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