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Vogesenblitz

Eine französische Kreativwerkstatt

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Heidrun Mitze, LAND & Forst
am
19.05.2016

Im vergangenen Jahr ist Forstgeräte-Händler Gert Unterreiner unter die Hersteller gegangen - mit der Übernahme der französischen Firma AMR/Vogesenblitz. Kürzlich präsentierte der neue Besitzer seinen Kunden das Werk im Elsass.

Vom Städtchen Colmar aus ist es nicht mehr weit bis nach Elsenheim, dem Standort des AMR-Werkes, das im vergangenen Jahr von Forstgeräte-Händler Gert Unterreiner übernommen wurde.

Zwei gut gefüllte Reisebusse durchqueren die weite, den Vogesen vorgelagerte Rheinebene, wo Rebstöcke das Bild prägen. Mit von der Partie sind gut 80 Unterreiner-Kunden und Händler, die sich erstmalig den Betrieb ansehen möchten.

Bei den meisten Teilnehmern besteht indirekt bereits eine langjährige Verbindung - über das weite Vertriebsnetz von Gert Unterreiner.

    AMR-Maschinen unter Markennamen Vogesenblitz

    Seit 1993 verkauft der Brennholztechnikhändler mit Sitz im niederbayerischen Buch, Gemeinde Julbach, AMR-Maschinen, die unter dem Markennamen Vogesenblitz gehandelt werden.

    Während dieser Zeit unterhielt er enge Beziehungen zur AMR-Geschäftsleitung und wirkte bereits an so mancher Geräteneuentwicklung mit. Das Werk selbst einmal zu übernehmen, hatte der Profihändler allerdings nicht im Sinn.

    Nachfolger für AMR-Werk fehlte

    Wie es dennoch geschah: „Ich bin ein bisschen dazu gekommen wie die Jungfrau zum Kinde“, berichtet Unterreiner. Im vergangenen Jahr fand der letzte Besitzer der Firma AMR keinen Nachfolger.

    So habe er sich nach anfänglich ablehnender Haltung, dann reiflicher Abwägung und intensiver Rücksprache mit  seiner Familie, schließlich doch auf das Abenteuer eingelassen.

    Sohn Felix Unterreiner als Geschäftsführer

    Inzwischen hat Gert Unterreiner tatkräftige Unterstützung. Sein 19-jähriger Sohn Felix ist bereits als  Mitgeschäftsführer in das Unternehmen eingestiegen. Und mit Michel Bechtel, dem ehemaligen AMR-Konstruktionsleiter, ist zudem für eine verlässliche Geschäftsführung vor Ort in Frankreich gesorgt.

    AMR bedeutet Ateliers Mécaniques du Ried

    Die Anfänge der Unterreiner-Neuerwerbung gehen auf einen deutschen Zigarettenfabrikant zurück, der Ende des 19. Jh. die Gebäude in Elsenheim errichtete und das Unternehmen bis in die 1950er Jahre betrieb.

    In der Folge wurden die Gebäude in eine Weberei umgewidmet. 1984 übernahmen ehemalige Arbeiter das Werk und gründeten die Firma Ateliers Mécaniques du Ried - kurz AMR.

    Vogesenblitz mit Brennholzaufbereitung im Fokus

    Seither werden dort forsttechnische Geräte gefertigt und unter dem Namen Vogesenblitz verkauft - heute mit einem Fokus auf der Brennholzaufbereitung. Der letzte Besitzer hatte den Betrieb 2005 erworben.

    Junges Ingenieursteam bringt Entwicklung voran

    Seit jeher wird in dem französischen Betrieb Fortschritt groß geschrieben. Ein sehr junges Ingenieursteam wirkt an der Entwicklung neuartiger Geräte und Verbesserungen im Detail. Darunter auch solche, für die der Hersteller Patente angemeldet hat.

    Dabei handelt es sich z. B. um Detaillösungen bei der Trommelsäge Quatromat und der Kreissäge Solomat sowie um eine neue Holzspalter-Serie, die der EN-Sicherheitsnorm entspricht.

    Komplette Prozesskette in AMR-Werkshallen

    Jährlich verlassen etwa 4.500 Maschinen die insgesamt 9.200 m² großen Werkshallen, nachdem die rohen Metallplatten dort den kompletten Fertigungsprozess durchlaufen haben: Vom Laserschneid-Roboter und einer CNC-gesteuerten Biegemaschine über das Schweißen (wahlweise manuell und per Schweißroboter) bis hin zur Pulverbeschichtung und Montage.

    Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 20/2016 auf Seite 92. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

     

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