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Wirtschaft

Inventur bei der Agravis: Vom Mähdrescher bis zum Weizenkorn

Die Zentrale der Agravis Raiffeisen AG in Münster
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Cord Leymann, LAND & Forst
am
28.12.2017

Das Jahresende ist da und damit die Verpflichtung, die auf viele Unternehmen zukommt: Die Inventur. Jetzt wird alles gezählt, vom Mähdrescher bis zum letzten Weizenkorn.

Ganz schwach zeichnet sich der Lichtstrahl an den dunklen Betonwänden ab. Nur mit viel Mühe lässt sich nach einiger Zeit der Weizen erkennen. „Das Silo ist insgesamt 25 Meter tief. Ungefähr zehn Meter sind derzeit leer“, erklärt Heiko Almann, Geschäftsführer des Mischfutterwerkes in Münster. Mit einer Lampe in der Hand kniet der 48-Jährige auf einem quadratischen Rost und leuchtet in den Siloturm unter ihm.

Stand-Still für die korrekte Werteermittlung

Es ist Jahresende und das bedeutet, dass auch in den Silos der Agravis Raiffeisen AG die Inventur ansteht. Futtermittel, Rohstoffe und Komponenten müssen gezählt werden. „Wir messen alles“, sagt der Geschäftsführer mit einem Lächeln, und deutet auf die insgesamt 277 Komponenten-Zellen, die es allein am Standort in Münster gibt. Zwischen vier und 250 Tonnen fassen sie.
Mit einem Lasergerät kann Almann die Freifläche in den Silos bestimmen. Über die Daten rechnet er anschließend die Füllmenge aus. „Das passiert bei uns jedes Jahr exakt am 31. Dezember.
Denn dann steht für einen Tag die Produktion still und die Bestände sind konstant“, sagt der staatlich geprüfte Müllereitechniker. Bis alle Daten über die Soll- und Ist-Bestände in die Computersysteme eingegeben sind, dauert es noch einmal mehrere Stunden. „Für uns ist die Inventur wichtig, denn nur so kann eine korrekte Werteermittlung stattfinden“, betont er.

Software für Warenmanagement

Agravis-Inventur-Scanner

Viele Jahre nimmt die Inventur auch im Agravis-Distributionslager große Ressourcen in Anspruch. Nur ein paar Kilometer vom Mischfutterwerk entfernt, zählt das Lager mit 23.000 Quadratmetern Fläche, 26.000 Paletten-Plätzen mit bis zu zwölf Meter hohen Regalen und 10.000 Fachbodenplätzen zu den größten und modernsten im Agrarbereich. Über 10.000 Produkte sind dort verstaut.

„Wir stellen unsere „körperliche Zählung“ – wie die Inventur in der Fachsprache genannt wird –  im nächsten Jahr um“, erklärt Roland Pöppelbaum, Leiter des Distributionslagers. Im Webshop- und im Textillager habe man bereits seit Januar 2017 mit der Einführung der Software für Warenmanagement auf eine permanente Platz-Inventur umgestellt. Die Inventur könne nun während des ganzen Jahres durchgeführt werden.

Mit SAP wurde auch die sogenannte Nullkontrolle eingeführt, das bedeutet, dass der Mitarbeiter der jeweils den letzten Artikel aus dem Fach entnimmt, dies im SAP auf dem Handheld bestätigen muss. Damit ist die Inventur für diesen Platz für das laufende Jahr erledigt. So müssen lediglich am Jahresende die Plätze gezählt werden die im laufenden Kalenderjahr niemals „leer“ geworden sind. Durch die Einführung von SAP im Distributionszentrum werden die Plätze in 2018 automatisch und zum Teil mehrfach im Jahr „null-gezählt“, und das ohne zusätzlichen Aufwand.

Es gab nur kalte Finger beim Zählen

Mit ganz anderen Hindernissen schlagen sich beispielsweise die Mitarbeiter der Agravis Technik Münsterland-Ems GmbH rum. Bei Wind, Schnee und Regen müssen sie raus, um ihre Maschinen zu inventarisieren. Die Bandbreite reicht dabei vom Aufsitzrasenmäher bis zum Mähdrescher, Häcksler oder Schlepper. In diesem Jahr haben die Mitarbeiter mehr Glück. Seit Anfang Dezember sind sie mit der Bestandszählung der knapp 1.200 Maschinen beschäftigt. Bislang blieben ihnen größere Wetterkapriolen erspart. „Toi, toi, toi bis jetzt hatten wir nur kalte Finger, aber ein paar Tage müssen wir noch, dann ist es für dieses Jahr erst einmal wieder geschafft“, sagt Rainald Spräner, Lagerleiter in Olfen.

Mit Material von Pressemitteilung Agravis
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