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Wirtschaft & Unternehmen

Langjährige Ertragsbestmarke mit Hybridgerste geknackt

von , am
18.08.2015

Landwirt Hubertus Cammert, Geschäftsführer der LBG Calenberg KG, aus dem niedersächsischen Oerie scheiterte im vergangenen Jahr bei seinem Weltrekordversuch für das Guinness-Buch der Rekorde mit einem Ertrag von 118,6 dt/ha noch knapp.

Im zweiten Anlauf konnte er jedoch am 17. Juli die alte Weltbestmarke von 123 dt/ha mit der Hybridgerstensorte Wootan deutlich übertreffen. Den alten Rekord hatte ein schottischer Landwirt bereits vor 15 Jahren aufgestellt. Mit durchschnittlich geernteten 130,4 dt/ha hat Cammert ihn nun auf exakt eingemessenen 80.000 m² förmlich pulverisiert. Bei einem Hektolitergewicht von 68 kg war auch die Qualität hervorragend. Die Rekordernte liegt um rund 30 Prozent über dem Ertragsdurchschnitt im Calenberger Land.
 
Überwacht wurde der Rekordversuch von dem unabhängigen Zertifizierer SGS Fresenius. Grundvoraussetzung für die Anerkennung ist die Einhaltung der guten fachlichen Praxis. Das Ergebnis wurde mit einer Stickstoffgabe von 184 kg/ha und je drei Wachstumsregler- und Fungizidmaßnahmen erzielt. Die extreme Vorsommertrockenheit stellte in diesem Anbaujahr eine besondere Herausforderung dar. "Es hat sich wieder einmal bestätigt, dass Hybridsorten besonders viel abkönnen", sagte Cammert. Aufgrund ihres ausgeprägten Wurzelsystems könne Hybridgerste widrige Bedingungen besonders gut kompensieren, ist der Landwirt überzeugt. So war das Argument "Ertragssicherheit bei hohem Ertragsniveau" für ihn der ausschlaggebende Faktor, um auf Hybridgerste umzusteigen. Inzwischen baut er sie seit sechs Jahren erfolgreich und auf einer Fläche von etwa 50 Hektar an. In diesem Jahr erzielte er mit den Hyvido-Sorten Wootan und Trooper einen Durchschnittsertrag von 110 dt/ha.
 
Einen kleinen Wermutstropfen gab es am Ende aber doch: In der Zwischenzeit wurden in Neuseeland im Januar 138 dt/ha als Ernteergebnis erzielt, allerdings unter anderen Produktionsbedingungen, die bezüglich N-Einsatz und Pflanzenschutzintensität bei weitem über dem Niveau der guten fachlichen Praxis in Deutschland lagen. Der niedersächsische Landwirt sieht das deshalb gelassen: "Wir haben hier bewusst nicht gezaubert", erklärte er. Den stolzen Ertrag habe seine Wootan fast ganz von alleine zustande gebracht.
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