Login
Fleischindustrie

Leine-Fleisch in Laatzen will weiter in der Regionalliga spielen

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen.

Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

Schweine-Mastschweine-Schlachtschweine-Viehtransporter
Schweinehälften in einem Schlachthof. © agrarpress.de
von , am
05.12.2017

Pro Woche hängen knapp 13.000 Schweine in der Schlachtstätte Leine Fleisch GmbH in Laatzen in der Region Hannover am Haken. Ein Besuch vor Ort.

Leine-Fleisch-Laatzen
Auf das Vermarkten von Schweinehälften sind Frank Meyer und Geschäftsführer Hermann Withake (v.l.) von der Leine-Fleisch GmbH spezialisiert. © Anne-Maria Grave

Pro Woche hängen knapp 13.000 Schweine in der Schlachtstätte Leine Fleisch GmbH in Laatzen in der Region Hannover am Haken. Im März 2017 übernahm Hermann Withake (56) als Geschäftsführer das insolvente Unternehmen Vogler Meat. Während des Verfahrens war die Produktion zwar heruntergefahren worden, einen Leerlauf gab es aber nie.

Hermann Withake berichtet: „Die Lage vor den Toren Hannovers, die Infrastruktur sowie die Größe der Schlachtstätte passten.“ Withake führt in seiner rheinland-pfälzischen Heimat Speyer seit über neuzehn Jahre den Zerlegebetrieb Vital Fleisch GmbH führt. „Zudem war ein 80-köpfiges Team bereits vor Ort.“

Leine-Fleisch will Schlachtung von Bioschweinen ausbauen

Geschlachtet werden bei Leine-Fleisch konventionell gehaltene Schweine, eine Biozulassung war aber bereits vorhanden. Derzeit nimmt das Schlachten von Bioschweinen zwar einen geringen Stellenwert ein, dieser Bereich soll künftig aber weiter ausgebaut werden.

Schweine aus Norddeutschland

Die Schweine bezieht das Unternehmen über Viehhändler und Erzeugergemeinschaften aus Norddeutschland. „Sie kommen größtenteils von Mästern aus den Umkreis von 150 km. Zum Beispiel aus den Bereichen Diepholz, Walsrode, Fallingbostel, Uelzen und Celle“, erklärt Frank Meyer, der bei der Leine-Fleisch GmbH für den Ein- und Verkauf zuständig ist.

Vor allem in puncto Tierwohl plant Inhaber Hermann Withake Neuerungen. „Tierschutz und –wohl sind die Themen, mit denen wir uns immer wieder auseinandersetzen müssen.“ So wird der Ruhestall der Schweine umgebaut.Eine neue elektrische Betäubungsanlage ist bereits im Einsatz. „Auch die Afrikanische Schweinepest und das Schlachten von Ebern wird uns noch vor Herausforderungen stellen“, ist sich der gebürtige Emsländer sicher.

Vermarkten von Schweinehälften als Steckenpferd

Etwa 30 Prozent der in Laatzen/Gleidingen geschlachteten Schweine werden in Speyer zu knochenloser Ware verarbeitet und über Vital Fleisch GmbH an Kunden aus Süddeutschland verkauft. Die restlichen 70 % werden als Schweinehälften sowohl an regionale Kunden, als auch deutschlandweit und in den Export, an Länder wie Polen, Rumänien, Österreich und Italien geliefert.

„Das Vermarkten von Schweinehälften ist und bleibt unser Steckenpferd. Denn die großen Schlachtunternehmen machen das nicht. Sie haben ihre Zerlegung direkt angegliedert und verkaufen keine Hälften an Metzgereien oder Zerlegebetriebe“, erklärt Hermann Withake.

Schlachten ja, zerlegen nein

Geplant ist eine Zerlegung in Laatzen also nicht. „Wir sind spezialisiert auf das Schlachten. Das soll auch so bleiben“, betont Hermann Withake und ist überzeugt, dass dies viele Vorteile für das mittelständische Unternehmen mit sich bringt.

So sei die Organisation aller Prozesse, vom Ankauf der Lebendtiere bis hin zum Schlachten und Vermarkten der regionalen Waren, überschaubarer und effektiver umzusetzen.

Keine Konkurrenz zu großen Schlachtunternehmen

„Wir sehen die großen Schlachtunternehmen nicht als Konkurrenten“, sagt Hermann Withake. „Wir sind eine Alternative zu ihnen.“ Er hat keine Bedenken, neben den „Großen“ am Markt zu bestehen. „Wir reagieren sehr schnell und flexibel auf regionale Anfragen. Unserer Lebentier-Lieferanten sind froh darüber und vertrauen darauf.“

Mit den großen Unternehmen wäre die Leine-Fleisch GmbH ohnehin nicht vergleichbar, da neben den unterschiedlichen Strukturen innerhalb der Unternehmen, auch der Ein- und Verkauf, wie auch das Einzugsgebiet ein völlig anderes sei. „Die großen Schlachthöfe spielen in der Champions League, wir in der Regionalliga. Damit können wir aber gut leben“, sagt Hermann Withake.

Auch interessant