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Wirtschaft & Unternehmen

Mit McConnel in Streifen säen

von , am
02.10.2014

Streifensaat Die Direktsaattechniken sowie Verfahren mit reduzierter Bodenbearbeitung haben ihre Anhänger – und auch etliche pflügende Betriebe beschäftigen sich mit Verfahren mit verminderter Bodenbearbeitung. Welches Ergebnis liefert das Unternehmen McConnel?

Aus England kommt nicht nur der Direktsaattechnikhersteller Claydon (siehe Land&Forst Nr. 39, Seite 99), sondern auch McConnel. Das in Ludlow in der englischen Grafschaft Shropsire ansässige Unternehmen ist seit den 70er Jahren bekannt für seine Auslegemäher und –mulcher, baut aber seit einigen Jahren auch Maschinen für Bodenbearbeitung, Obst- und Weinbau, Grünlandpflege sowie Drilltechnik.
 
Kürzlich stellte der Importeur Pool Agri (Niederlande) die Seedaerator von McConnel auf Feldern der Marsfelderberg GbR in Gieboldehausen (bei Duderstadt, Landkreis Göttingen), vor. In Streifensaat wurde Winterweizen ausgesät.
 
Leichtzügige Führungszinken
 
Mit fünf verschiedenen Verarbeitungsstufen ist der Seedaerator nach Unternehmensangaben einzigartig in seinem Segment. Er ist die dritte entwickelte Drillmaschine von McConnel. Von anderen Strip-Till Sämaschinen unterscheidet sich der Seedaerator nach Unternehmensangaben durch langlebige, leichtzügige Führungszinken, große Reifenpacker zur Rückverfestigung und Säschare, die eine streifenförmige und präzise Saatgutablage gewährleisten.
 
Dazu ist die Maschine ausgestattet mit fünf verschiedenen Segmenten. Diese Kombination dieser fünf Stufen sei einzigartig und bei keiner anderen Strip-Till Sämaschine in diesem Segment zu finden, heißt es beim Importeur Agri Pool. Zunächst die leichtzügigen Führungszinken: Diese bearbeiten nur die Segmente des Bodens, in dem später das Saatgut abgelegt wird. Dies soll beste Wachstumsbedingungen des Saatgutes und einen optimalen Wasserhaushalt gewährleisten. Dann die große luftgefüllten Räder, die als Reifenpacker arbeiten, dabei den Boden rückverfestigen und die Schollen zerkrümeln für eine einheitliche Ablagetiefe.
 
Als drittes die Säschare, die über federbelastete Parallelogramme geführt werden und das Saatgut in einem 150 mm breiten Streifen ablegen. Um eine gleichmäßige Keimung zu erzielen, arbeiten die Schare immer in einer konstanten Furchentiefe. Schließlich die einstellbaren, patentierten Andruck- bzw. Tiefenführungsräder, die für beste Voraussetzungen für eine hervorragende Haftung zwischen Saatgut und Boden und damit für eine schnelle Keimung sorgen sollen. Zu guter Letzt die verstellbare Striegel, die für das Einebnen des Feldes eingesetzt werden können.
 
Als Vorteile werden vom Unternehmen genannt: Verbesserung der Bodenstruktur, Erhöhung der organischen Substanz, Steigerung der Nährstoff-Freisetzung, Optimierung der Wasserabführung und -speicherung, Verringerung der Bodenverdichtung, Erledigung von mehreren Bearbeitungsgänge in einer Überfahrt sowie Senkung der Kraftstoffverbrauch und Einsparung von Arbeitszeit. Erfolgreich bewährt habe sich die Dreipunktanbau-Maschine mit drei Metern Arbeitsbreite in verschiedensten Bodenarten und unter zahlreiche Wetterbedingungen. Der Seedaerator eigne sich für die Aussaat von Getreide, Raps, Hülsenfrüchten und Zwischenfrüchten, benötigt werden für die 2,5 Tonnen schwere Maschine 160 PS.
 
Keine Verstopfungen
 
Bei der Vorführung am Marsfelderberg zeigte sich der Seedaerator, gezogen von einem Claas Axion 840, von seiner besten Seite: Der Boden wurde mit den Tiefenlockerungszinken auf 25 bis 30 mm gelockert, das Saatgut anschießend auf gleichmäßige Tiefe von 20 bis 25 mm abgelegt und gut mit Erde bedeckt, die Bedingungen für die Aussaat waren insgesamt gut. Die erste Fläche war eine unbearbeitete Weizenstoppel, auf der das Stroh nicht optimal verteilt war.
 
Aber gerade unter diesen Bedingungen zeigte der Seedaerator sein Können, zu Verstopfungen mit Stroh kam es nicht. Die zweite Fläche war eine Rapsstoppel, die schon Ende August mit einem Grubber bis zu einer Tiefe von 6 bis 8 cm bearbeitet wurde. Diese Bearbeitung war eigentlich unnötig, aber zu diesem Zeitpunkt sollte die Fläche herkömmlich bestellt werden.
 
Weil auch Direktsaat-Skeptiker zu der Veranstaltung gekommen waren, ergab sich eine lebhafte Diskussion rund um das Thema "pfluglos" und "Streifensaat". Ergebnis: Es gibt kein schwarz und kein weiß, sondern viel grau – in dieser Grauzone muss jeder Landwirt anhand seines Betriebes und seines Bodens sehen, wie viel Bodenbearbeitung notwendig ist und wo die Grenzen der Direktsaat sind.
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