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Wirtschaft & Unternehmen

Neues Standbein in Afrika?

von , am
25.03.2014

Die Nordzucker AG prüft derzeit intensiv Möglichkeiten, auf dem internationalen Zuckermarkt zu investieren. Die limitierten Wachstumschancen in Europa bei gleichzeitig steigender europäischer Produktion und einer 2017 endenden Zuckermarktordnung lenken den Blick auch in Wachstumsregionen wie Afrika und Asien, wo die Nachfrage nach Zucker – im Gegensatz zur EU – deutlich wächst, teilt das Unternehmen mit.

Damit könnten jetzt den Worten des Vorstandsvorsitzenden der Nordzucker, Hartwig Fuchs, auf dem 175-jährigen Firmen-Jubiläum, Taten folgen.
 
Ziel dieser Prüfungen sei es, so Fuchs, den Einstieg in die Rohrzuckerproduktion und den Aufbau einer regionalen Vermarktung von Zucker für das Unternehmen vorzubereiten und so ein zusätzliches Geschäftsfeld mit Perspektive aufzubauen. Angestrebt werden Kooperationen mit lokalen, nationalen oder internationalen Partnern. Über einen tatsächlichen Einstieg und den damit verknüpften Fragen wie z.B. den Bau von Produktionsanlagen sei jedoch endgültig noch nicht entschieden.
 
"Wir wollen das Vermögen und die Profitabilität des Unternehmens erhalten und steigern. Dies wird uns auf zwei Wegen gelingen:  indem wir unsere hervorragende Position auf dem europäischen Markt weiter festigen und gleichzeitig das Geschäft über die europäischen Grenzen hinaus erweitern."
 
Fuchs betonte weiterhin den lokalen und regionalen Ansatz in einem neuen Vermarktungsgebiet: "Wir werden unsere Rübenverarbeitung in Europa mindestens auf dem derzeitigen Niveau weiterführen und uns gleichzeitig die Tür auf den afrikanischen Markt öffnen, wenn es realistisch und sinnvoll machbar ist. Unsere Zuckerproduktion innerhalb der EU wird nicht durch unsere Aktivitäten in Subsahara-Afrika oder anderen Regionen beeinflusst werden."
 
Auch wenn die Nordzucker zusichert, dass sie alle notwendigen Fragestellungen vor einem Einstieg verantwortungsvoll prüfen will, gibt es aus dem Lager der Zuckerrübenanbauer große Bedenken gegen dieses rund 300 Mio. $ (215 Mio. €) teure Investment in Sambia. Die Landwirte befürchten, dass die Nordzucker allein nicht ausreichend gerüstet ist für "das Abenteuer Afrika". Das Risiko, dort wie in Serbien "Geld zu verbrennen", scheint vielen Kritikern zu hoch zu sein. In diesem Zusammenhang fordern die Anbauer Vorstand und Aufsichtsrat auf, die gute Ausgangslage des Unternehmens nicht leichtfertig auf das Spiel zu setzen. Sie wünschen sich eine intensive Überprüfung des Afrika-Projekts nach bestem Wissen und Gewissen.                               
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