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Wirtschaft & Unternehmen

ROPA-Tiger 5: Flaggschiff neuem Fahrwerk

von , am
09.01.2015

ROPA präsentierte erstmals in Deutschland den dreiachsigen Rübenroder Tiger 5. Wir waren dabei.

Bereits im Zweiachser ROPA Panther wurde ein wegweisendes Fahrwerksystem mit Wankstabilisierung und Hangausgleich umgesetzt. Im neuen Tiger wurde dieses Konzept mit einer hydraulischen Fahrwerksaufhängung der Hinterachsen ergänzt und auf drei Antriebsachsen weiterentwickelt.
 
Speziell für den Tiger 5 hat ROPA ein neuartiges Fahrwerkskonzept mit einer Pendelvorderachse in Verbindung mit zwei hydraulisch gelagerten Hinterachsen entwickelt. Gegenüber bisherigen Fahrwerken von dreiachsigen Rübenrodern (die mittlere Achse ist fest mit dem Rahmen verschraubt), reduziert sich das Wanken der Maschine auf ein Drittel. Grund dafür ist die hydraulische Verbindung der Stabilisierungszylinder an Vorder- und Hinterachsen einer Seite, so dass Bodenunebenheiten an einem Rad in der Höhendifferenz nur zu 33 Prozent auf den Rahmen wirken. Durch die Reduktion des Wankens am Chassis verbessert sich gleichzeitig die Reihen- und Tiefenführung des Rodevorsatzes, da der Rahmen ausgemittelt zur Stellung der drei Achsen steht. Durch die hydraulische Verbindung der Achsen verteilt sich die Last immer konstant gleich.
 
Einzigartig unter den dreiachsigen Rübenrodern ist auch der automatische Hangausgleich mittels sechs Hydraulikzylinder und Sensorik. Das komplette Fahrzeug wird bis zu zehn Prozent zum Hang hin geneigt und dadurch waagrecht gehalten, das Rodeaggregat führt sich selbst durch Abtastung der Bodenoberfläche. Die Hangstabilität steigt enorm, in extremen Situationen kann der Tiger trotz höherem Bunker selbst dort noch stabil gehalten werden. Darüber hinaus erhöht sich der Fahrkomfort, da der Fahrer in einer aufrechten Sitzposition verbleibt, und nicht aus dem Sitz zu rutschen droht.
 
Durch die vergrößerte und bodenschonende Bereifung wirkt der neue Tiger groß und imposant. Die neuen 800/70 R38 Ultraflex Reifen auf der Vorderachse und die 1050/50 R32 Michelin MegaXBib Reifen auf den Hinterachse ermöglichen nachhaltige Bodenschonung selbst bei vollem über 43 m³/30 t fassenden Rübenbunker. Der Ackerboden wird geschont bei zugleich verbesserten Dämpfungseigenschaften. Die Kraftübertragung im 626 PS/460 KW starken Tiger 5 (Mercedes Benz 6-Zylinder-Reihenmotor, 15,6 Liter Hubraum mit AdBlue und SCR KAT euro-Mot 4 final) erfolgt noch effizienter bei zugleich verringertem Kraftstoffverbrauch. Ein durchzugsstarkes maximales Drehmoment von 2.900 Nm wird bei optimierten Wirkungsgraden über einen neuen stufenlosen Fahrantrieb übertragen. Eigens für den Tiger 5 und dessen hoher Antriebsleistung wurde dieser neue stufenlose Fahrantrieb gemeinsam von ROPA, Omsi und Bosch-Rexroth entwickelt.
 
Das "Constant-Variable-ROPA"-Getriebe (CVR) besteht aus drei Ölmotoren auf einem Summierungsgetriebe und sitzt zwischen Motorraum und der dritten Achse. Im Rodemodus ist der Tiger 5 auf 18 km/h elektronisch begrenzt, bei Straßenfahrt fährt der Tiger stufenlos von 0 bis 40 km/h ohne Schaltvorgang und Zugkraftunterbrechung. Die Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h erreicht er bereits bei sparsamen 1195 1/min. Im Feld kann bereits bei einer Rodedrehzahl von nur 1.175 1/min gerodet werden. Je nach Kraftbedarf regelt der Tiger automotiv bis max. 1.650 1/min.
 
Für die notwendige "Bändigung" des Tigers sorgen in die Achsen integrierte (vor Schmutz geschützt) im Ölbad laufende Lamellenbremsen. Als Alleinstellungsmerkmal unter allen Dreiachsern hat der Tiger eine direkte Kraftübertragung mittels geradlinig verlaufender Kardanwellen vom Fahrantrieb auf die die beiden Hinterachsen und die Vorderachse – ein Vorteil für beste Traktion bei wechselnden oder schwierigen Boden- und Rodebedingungen. Vor- oder Nacheilung zwischen den Achsen wird dadurch konsequent ausgeschlossen.
 
Per Knopfdruck "verwandelt" sich der ROPA Tiger 5 vollautomatisch vom Straßenfahrmodus in den Feldmodus. Entladeband, der ein Meter breite Ringelevator, Bunkerschnecke und weitere Gruppen klappen nacheinander und teilweise sogar zugleich. Durch sensorgesteuerte Überwachungssysteme werden Fehlbedienungen und Kollisionen ausgeschlossen. Der gesamte Klappvorgang erfolgt durch zeitgleiche Ansteuerung der Funktionen um 50 Prozent schneller als beim Vorgänger.
 
Das neue extralange Entladeband befindet sich über den beiden Hinterachsen und ist aufgrund der höheren Bereifung somit höher angehängt. Ein großer Vorteil beim Überladen auf nebenherfahrende Anhänger, da die Übergabe flacher erfolgt. Es ist dreifach klappbar und 2.000 mm breit - für ein noch einfacheres Anlegen von zehn Meter breiten Mieten oder problemloses Überladen auf Anhänger. Schonende gummierte Mitnehmerfinger garantieren hohe Förderleistungen bei kurzen Entladezeiten von nur 50 Sekunden bei vollem Rübenbunker. Die Bunkerbefüllautomatik ermöglicht unter allen Rodebedingungen optimale Traktion bei bester Gewichtsverteilung.
 
Die Ertragserfassung erfolgt über zwei Ultraschallsensoren, welche die Bunkerladungen aufsummieren und in die Schlagdatenbank abspeichern. Der Daten-Export ist über ISOBUS möglich. Die neu designte R-Cab Kabine mit deutlich verbesserter Kabinenlagerung auf Hydrobuchsen, ermöglicht optimale Einsicht in das weiterentwickelte PR2-Rodeaggregat in einer physiologisch gerechten und angenehmen Sitzposition. Das freundliche Interieur der neuen Kabinenausstattung in Verbindung mit der Schalldämmung ist Garant für Fahrgenuss. Extrem leistungsstarke LED Arbeitsscheinwerfer machen die Nacht zum Tag.
 
Unter der Bezeichnung R-Concept vereint ROPA seine neue intuitive Bedienphilosophie. Ein großes 12,1 Zoll Touchdisplay mit WLan Schnittstelle bildet die Informations- und Kommandozentrale der Maschine. Von hier überwacht der Fahrer die Maschine. Die Bedienung erfolgt Dual, wahlweise per Fingertip am Touch-Display oder per Drehen und Drücken an den „R-Select“ und "R-Direct" Drehknöpfen, welche ergonomisch ideal auf der neu konzipierten Bedienkonsole im Griffradius des Multifunktionsjoystick (mit integriertem Minijoystick) angeordnet sind. Die schlanke Bedienkonsole am Fahrerplatz bietet zahlreiche Verstellmöglichkeiten.
 
Weitere Ertragssicherung ermöglicht ein neuer und intelligenter Dreipunkt mit integriertem Messsystem. Dieser bietet eine noch feinfühligere Steuerung zur Einhaltung der optimalen Rodetiefe. Als Vorteil daraus ergibt sich eine noch bessere Rodearbeit, bei zugleich weiterer Reduzierung der Rodeverluste. Der Tiger 5 ist ab sofort lieferbar mit dem weitentwickelten PR2h-Rodeaggregat mit sechs, acht oder neun Reihen in verschiedenen Reihenweiten. Beim Schleglervorsatz kann zwischen Integralschlegler, Schlegler mit Blattauswurf, Allroundschlegler oder Entblatter mit zwei Gummiputzerwellen gewählt werden.
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