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Schließung des Warburger Südzucker-Werks trifft Südniedersachsen hart

Suedzucker-Zuckerrueben
Christian Mühlhausen
am
31.01.2019

Die Schließung des Südzucker-Werkes in Warburg trifft die Zuckerrübenanbauer aus Südniedersachsen hart. Details zur Situation.

Damit hatten die südniedersächsischen Zuckerrübenanbauer, die an Südzucker liefern, nicht gerechnet. Gestern, 30. Januar, dem Tag vor der jährlichen Wintersammlung des Verbandes der Zuckerrübenanbauer Kassel in Groß Schneen (Kreis Göttingen) gab Südzucker bekannt: Zwei ihrer neun Werke in Deutschland werden geschlossen.

Neben dem Werk im brandenburgischen Brottewitz soll nach der nächsten Kampagne auch das Werk in Warburg (Nordrhein-Westfalen) schließen, um so 700.000 Tonnen Zucker aus dem Markt zu nehmen. Bislang handelt es sich um Pläne, ein Beschluss des Aufsichtsrates steht noch aus.

40 Prozent Verarbeitungskapazität weniger

Die Schließung des 1882 gegründete Werkes in Warburg mit 60 Mitarbeitern und 500 bis 600.000 Tonnen Zuckerrübenverarbeitung pro Jahr, trifft Südniedersachsen hart: „Wir verlieren damit 40 Prozent der Verarbeitungskapazität in unserer Region“, sagte Georg Koch als Vorsitzender des Kasseler Anbauverbandes.

Zusammen mit Brottewitz (90 Mitarbeiter) zählt das Warburger Werk zu den kleineren der insgesamt neun Südzucker-Fabriken in Deutschland. Wie ein Unternehmenssprecher sagte, würden die Planungen in den nächsten Wochen konkretisiert. Eine Schließung der beiden Zuckerfabriken sei jedoch frühestens nach der nächsten Rübenkampagne vorgesehen.

 

   

Preisniveau der EU historisch niedrig

Den Restrukturierungsplan für das Segment Zucker, der die Werksschliessungen beinhaltet, hat der Vorstand der Südzucker AG in der jüngsten Aufsichtsratssitzung vorgestellt. Hintergrund sei die schwierige Situation auf dem europäischen und dem weltweiten Zuckermarkt. Das Preisniveau in der EU sei historisch niedrig seit dem Ende der EU-Zuckermarktordnung, die bis dahin für stabile Preise gesorgt hatte.

Um die Auswirkungen der Preisschwankungen auszugleichen, sollen europaweit die Verwaltungskosten des Unternehmens gesenkt werden. Durch die Restrukturierungen sollen die Kapazitäten nach Unternehmensangaben stärker am Bedarf des europäischen Marktes ausgerichtet werden, um so die Kosten um bis zu 100 Millionen Euro im Jahr zu senken.

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