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Wirtschaft & Unternehmen

Ukraine-Konflikt belastet Big Dutchman

von , am
20.05.2014

Der international agierende Stalleinrichter Big Dutchman hat erstmals in seiner deutschen Firmengeschichte betriebsbedingte Kündigungen aussprechen müssen. Wie das Unternehmen kürzlich während einer Betriebsversammlung in Vechta-Calveslage bekanntgab, können 34 der bisher 836 Mitarbeiter am Standort nicht mehr weiter beschäftigt werden.

Als Gründe dafür wurden die unsichere politische Lage in Russland und der Ukraine sowie die schwierige Marktlage in Westeuropa genannt.
 
"Der Umsatz im letzten Jahr ist um 15 % auf rund 732 Mio Euro gefallen", erklärte Vorstandsvorsitzender Bernd Merpohl und fügte wenig optimistisch hinzu, dass 2014 mit einem weiteren Erlösrückgang um 15 % zu rechnen sei. Nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden hatte Big Dutchman in Vechta-Calveslage aufgrund der neuen EU-Hennenhaltungsverordnung und strengeren Vorgaben für die Sauenhaltung in den letzten Jahren von einer Sonderkonjunktur profitiert.
 
"Praktisch alle bestehenden Anlagen mussten innerhalb kürzester Zeit an die neuen Rahmenbedingungen angepasst werden und sind jetzt auf dem neuesten Stand.
Daher sind in den nächsten zehn Jahren keine umfangreichen Aufträge in Europa mehr zu erwarten", prognostizierte Meerpohl. Zudem sei die Investitionsbereitschaft für Erweiterungen und Neubauten in Westeuropa derzeit sehr gering. Das liege an den niedrigen Eier-, Hähnchen- und auch Schweinepreisen sowie an der allgemein kritischen Stimmung gegenüber der Tierhaltung. Diese und andere Faktoren trügen dazu bei, dass Stallbaugenehmigungen kaum noch erteilt würden, berichtete der Vorstandsvorsitzende.
 
Ihm zufolge sind jetzt auch noch die ukrainischen und russischen Märkte, die sich zu wichtigen Wachstumstreibern entwickelt haben, über Nacht zum Problemfall geworden. Das alles werfe Big Dutchman nicht um, sei "aber definitiv mit größter Sorgfalt" zu betrachten. Meerpohl versicherte den betroffenen Mitarbeitern, sie bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen zu unterstützen, wozu auch das Angebot gehöre, künftig bei den eigenen Auslandsgesellschaften tätig zu werden.
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