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Gastkommentar

Wir brauchen keine schärfere Düngeverordnung!

Norbert Schmees, Beratungsring Aschendorf-Hasselbrock
am
25.03.2019

Die Düngeverordnung weiter verschärfen? Das brauchen wir nicht, meint Norbert Schmees vom Beratungsring Aschendorf-Hasselbrock.

Es vergeht fast keine Woche, in der nicht über die Novellierung der Düngeverordnung geschrieben wird. Zur aktuellen Version der Düngeverordnung vom Juni 2017 sind nicht einmal alle Fragen endgültig geklärt, und schon kommt eine weitere Verschärfung auf die Landwirtschaft zu.

Das kommt in der Praxis nicht gut an. Die Landwirte sind trotz der schwierigen Rahmenbedingungen engagiert dabei, die geltenden Vorgaben umzusetzen. Nährstoffe aus den Regionen mit intensiver Viehhaltung in die Ackerbaugebiete zu verbringen, klappt nach anfänglicher Skepsis immer besser.

Denn auch die Ackerbauern haben die Vorzüge der organischen Dünger erkannt.

Landwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst

Norbert Schmees Aschendorf

Landtechnikhersteller kümmern sich intensiv um neue Ausbringtechniken, um die Verluste der organischen Dünger auf dem Feld zu minimieren. Auch die Futtermittelindustrie zieht mit. Sie arbeitet an neuen Fütterungskonzepten, um Nährstoffausscheidungen der Tiere aufs Nötigste zu reduzieren. Sowohl in der Schweine- als auch in der Hähnchenhaltung ist Futter mit stark reduzierten Gehalten an Stickstoff und Phosphor mittlerweile Standard.

Diese kleine Auswahl zeigt: Die Landwirtschaft ist sich ihrer Verantwortung bewusst.

Mit hiesigen Nährstoffbörsen nach Lösungen gesucht

Aktuelle Auswertungen unserer Mitgliedsbetriebe zeigen, dass die geforderten N- und P-Bilanzen von 50 kg N/ha und 10 kg P2O5/ha sowie die 170 kg N/ha aus Wirtschaftsdünger eingehalten werden. Das ist der Lohn jahrelanger intensiver Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Beratern.

Wo es Nährstoffüberschüsse gab, haben wir mit den hiesigen Nährstoffbörsen nach Lösungen gesucht und Kontakte in Ackerbauregionen geknüpft.

Wieder mehr mineralischer Dünger

Mit den Landwirten vor Ort erstellen wir seit Jahren die schlagbezogene Düngeplanung. So wurde der Einsatz der organischen Dünger optimiert und der Verbrauch mineralischer Dünger reduziert. Jetzt wird jedoch darüber diskutiert, weniger organische Nährstoffe auszubringen.

Das hätte zwangsläufig zur Folge, dass wieder mehr mineralischer Dünger zum Einsatz käme. Damit wäre weder der Landwirtschaft noch dem Gewässerschutz geholfen.

Aktuelle Vorgaben konsequent umsetzen

Landwirte sollten die Zeit bekommen, die Früchte ihrer Arbeit der letzten Jahre auch zu ernten. Unser Appell an die Politik: Geht ehrlich mit unseren Landwirten um und zeigt euren Wählern, welche Konsequenzen es hat, wenn Betriebe aufgegeben werden! Wenn den engagierten Landwirten, die ihren Ackerbau und ihre Tierhaltung ständig optimiert und die gesetzlichen Vorgaben eingehalten haben, jetzt wieder Knüppel zwischen die Beine geworfen bekommen, verlieren gerade sie die Lust an ihrer Arbeit. Es ist an der Zeit, diese „guten Landwirte“ zu schützen und die „Schwarzen Schafe“ der Branche konsequent zu bestrafen.

Wir brauchen nicht noch mehr Gesetze oder schärfere Auflagen. Es genügt, die aktuellen Vorgaben wirklich konsequent umzusetzen.

Lesen Sie auch: Otte-Kinast fürchtet Strukturbruch durch verschärfte Düngeverordnung...

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