Login
Vortragstagung Pflanzenproduktion

Düngeverordnung: Dokumentation gewissenhaft und korrekt erfüllen

Thumbnail
Werner Raupert, LAND & Forst
am
02.02.2018

An der Düngebedarfsermittlung führt kein Weg vorbei. Die Ackerbauern verlieren so langsam die Lust am Wirtschaften. Nicht nur der nicht enden wollende Regen zermürbt sie. Auch die neuen Regelungen der neuen Düngeverordnung belasten die Praktiker bis zur Schmerzgrenze.

Papier ist geduldig, heißt es immer so schön. Wer jedoch die Ausführungen von Jörg Schaper auf der Vortragstagung zur Pflanzenproduktion der Bezirksstelle Northeim aufmerksam verfolgt hat, weiß jetzt, dass die geforderten Dokumentationen über die Düngung gewissenhaft und korrekt erfüllt werden müssen. Da helfen keine Ausreden mehr, wenn der Prüfer kommt und die Bilanzen nicht stimmen.

Handlungsdruck durch Düngeverordnung

Und die Zeit läuft. Jeder Ackerbauer muss jetzt seine Schularbeiten machen und die Düngebedarfsermittlung für seine Kulturen aufstellen. Das wird in der Regel beim ersten Mal nicht ohne fachlichen Beistand der Beratung laufen, denn die Materie ist schwierig und der Teufel steckt oft im Detail. Gut dass die Landwirtschaftskammer dazu ein Excel-Programm anbietet, das die Berechnung selbstständig ausführt. Die Daten muss der Landwirt aber selbst einsetzen und da dürfte der ein oder andere schnell an seine Grenzen stoßen.

Düngebedarfsermittlung: Alles schriftlich festhalten

Was ist aus Sicht der Bauern zu beachten? Jörg Schaper, Bezirksstelle Northeim, fasste es folgendermaßen zusammen: Die Stickstoff- und Phosphor-Düngebedarfsermittlung muss jetzt vor der Düngung schriftlich erfolgen. Dazu steht auf der Internetseite der LWK Niedersachsen ein Excel-Rechenprogramm kostenlos zur Verfügung (webcode: 01033199).

 

Nährstoffvergleich: Kontrollwerte wurden abgesenkt

Beim Nährstoffvergleich ist zu beachten, dass die Kontrollwerte abgesenkt werden. Die Obergrenzen von 50 kg N/ha und Jahr sowie von 10 kg P2O5/ha und Jahr sind ab sofort einzuhalten. Wer die Werte überschreitet, muss einer Düngeberatung unterziehen. Wichtig zu wissen ist, dass die N- und P-Salden bei geringen Naturalerträgen und Rohproteinwerten ansteigen. Der gleiche Effekt tritt laut Schaper auch bei engen Raps- /Getreidefruchtfolgen, organischer Düngung, niedrigen Nmin-Werten, hoher Intensität, Herbstdüngung und dem Anbau von E-Weizen ein.

Herbstdüngung einzelbetrieblich klären

  • Konsequenz ist, die N-Effizienz zu steigern und das Pflanzenwachstum zu unterstützen. Auch die optimale Sortenwahl und angepasster Pflanzenschutz helfen, hohe Erträge abzusichern. Die Notwendigkeit einer Herbstdüngung ist einzelbetrieblich zu hinterfragen.
  • Auch die Mineraldüngung muss durch exaktere Verteilung, Anzahl der Gaben, Einbeziehung von Prognosemodellen und optimaler Versorgung mit Haupt- und Mikronährstoffen effizienter werden.
  • Weiterhin sind insbesondere bei der organischen Düngung Effizienzsteigerungen nötig und möglich. Das kann z.B. durch den Einsatz in Kulturen mit guter Ausnutzung (Hackfrüchte), der Optimierung des Ausbringungszeitpunktes und der Ausbringungstechnik mit Schleppschuh, Ansäuerung oder auch Verschlauchung geschehen.
Auch interessant