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Nährstoffmanagement

Düngeverordnung: Wann und wie Sie düngen dürfen

Guelleausbringung-Frost-Acker
Jelko Djuren
am
25.01.2018

Keine Düngung auf wassergesättigten, gefrorenen oder schneebedeckten Böden, fordert die Düngeverordnung. Was zu beachten und zu unterlassen ist, lesen sie hier.

Derzeit denken viele an die Gülledüngung, aber kaum einer kommt auf die nassen Flächen.

Die neue Düngeverordnung gibt vor:

  • Betriebe, die auf Antrag die Sperrfrist verschoben haben, sind bereits seit dem 16. Januar berechtigt, auf Grünland organische Dünger aufzubringen.
  • Am 1. Februar endet auch für alle übrigen Landwirte die allgemeine Sperrfrist für Stickstoff(N)-haltige Düngemittel.
  • Bei günstigen Bodenverhältnissen könnten ab diesem Datum Grünland, Ackergras sowie Wintergetreide und Winterraps mit Stickstoff versorgt werden. 

Keine Düngung auf nicht aufnahmefähigem Boden

Die neue Düngeverordnung gibt konkrete Regeln zur Aufbringung von Düngern auf nicht aufnahmefähigen Böden vor:

  • Grundsätzlich dürfen gemäß der Düngeverordnung (§ 5 Abs. 1) stickstoff- und phosphathaltige Düngemittel nicht aufgebracht werden, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder schneebedeckt ist.
  • Betroffen sind Mineraldünger, Gülle, Jauche, Gärreste, Mist und Kompost.
  • Die Regelung gilt für Grünland und Ackerland gleichermaßen. Sie soll der Abschwemmungsgefahr nach Niederschlägen oder Tauwetter vorbeugen.

Wie Sie wassergesättigte Flächen erkennen

Überschwemmte oder wassergesättigte Flächen sind folgendermaßen gekennzeichnet:

  • Auf freier, ebener Fläche (nicht Fahrspuren) sind Wasserlachen sichtbar.
  • Beim Formen des Bodens (außer Sand) tritt Wasser aus bzw. der frostfreie Boden wäre nicht befahrbar.
  • Dies gilt auch für Flächen, bei denen Schmelzwasser aus dem Frost im Untergrund nicht versickern kann.

Dank Reifendruckregelanlagen und Verschlauchungstechnik können mittlerweile auch kaum tragfähige Böden befahren werden. Dennoch kann das technisch Mögliche nicht die Legitimation für verbotene Düngung sein.

Was Sie bei der Düngung auf gefrorenem Boden beachten müssen

Die Düngung bei gefrorenem Boden ist bei Landwirten beliebt, da sie aus produktionstechnischer Sicht Vorteile bietet:

  • In der Regel sind die gasförmigen N-Verluste gering,
  • es werden keine Spurschäden verursacht und
  • zudem werden die Straßen nicht oder kaum verschmutzt.

Gemäß der neuen Verordnung ist eine Düngung bei gefrorenem Boden nur zulässig, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:

  • Der Boden wird durch Auftauen am Tag des Aufbringens aufnahmefähig: Damit ist gemeint, dass die oberste Bodenschicht soweit auftaut, dass ein Einsickern des Düngers in den Boden gewährleistet ist.
  • Ein Abschwemmen in oberirdische Gewässer oder auf benachbarte Flächen ist nicht möglich. Damit schneiden stark hängige Flächen nahezu aus. Der Landwirt muss dafür Sorge tragen, dass auch bei Tauwetter und Niederschlägen kein oberflächiger Abfluss passieren kann. Wenn Gülle oder Gärreste mit geringen Trockensubstanzgehalten aufgebracht werden und der Getreidebestand nur schwach entwickelt ist (Spätsaaten), ist ein Abfließen kaum zu verhindern.
  • Der Boden trägt durch Einsaat einer Winterkultur oder von Zwischenfrüchten im Herbst eine Pflanzendecke oder es handelt sich um Grünland. Durch diese Bedingung soll einer Abschwemmung vorgebeugt werden. Mit Pflanzendecke ist eine wachsende Kulturpflanze gemeint. Abgefrorene Zwischenfrüchte gelten nicht als Pflanzendecke.
  • Anderenfalls besteht durch das Befahren die Gefahr einer Bodenverdichtung und von Strukturschäden. Damit hat der Gesetzgeber die Argumente der Landwirte bezüglich einer bodenschonenden Aufbringung aufgenommen.
  • Die Aufbringmenge ist auf maximal 60 kg Gesamt-N je ha beschränkt.

Wenn diese fünf Bedingungen eingehalten werden, sind Düngungen dann zulässig, wenn

  • die Tragfähigkeit nachts gefrorener Böden ausgenutzt wird,
  • die Flächen im Tagesverlauf aufgrund positiver Temperaturen in den Nachmittagsstunden oberflächig auftauen und die ausgebrachten Düngemittel vom Boden aufgenommen werden können.

Bei Dauerfrost, also an Tagen, an denen auch tagsüber keine positiven Temperaturen erreicht werden, ist eine Düngung nicht zulässig. Informationen über die zu erwartenden Temperaturen sowie Frost- und Auftautiefen können dem Agrarwetter-Internet-Seiten des DWD entnommen werden.

Letztlich ist zu beachten, dass ein Boden nicht aufnahmefähig ist, wenn nach dem Auftauen eine Wassersättigung vorliegt.

Was Sie bei Düngung auf schneebedeckten Flächen beachten müssen

Laut neuer Düngeverordnung gilt bezüglich der Düngung bei Schneeauflage folgendes:

  • Auch bei geringer Schneeauflage ist keinerlei Düngung mehr zulässig. Das gilt, sobald die Bodenoberfläche wegen Schnee nicht mehr zu erkennen ist. Eine Höhenbeschränkung der Schneeauflage gibt es in der neuen Düngeverordnung nicht mehr.
  • Bei nur teilweiser Schneebedeckung eines Schlages (Nordhang, Waldschatten) sind diese Teilflächen bei der Aufbringung auszunehmen.
  • Bedenken Sie auch: Eine Düngung auf schneebedeckten Flächen führt zu Unverständnis in der Bevölkerung. Sie ist nicht geeignet, das Image der Landwirte zu verbessern. Pflanzenbaulich sinnvoll ist sie so gut wie nie.

Düngung: Abstand zum Gewässer beachten

Jeder Landwirt hat die Pflicht, vor einer Aufbringung von Gülle und anderen stickstoffhaltigen Düngemitteln die Aufnahmefähigkeit des Bodens zu prüfen. Im Zweifel ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Gewässern in jedem Fall einzuhalten:

  • Bei einer Breitverteilung der Gülle beträgt dieser mindestens 4 m bis zur Böschungsoberkante.
  • Zwar sind die in Grünlandregionen verbreiteten Entwässerungsgrüppen keine Gewässer in diesem Sinne. Dennoch darf auch in die Grüppen keine Gülle gelangen, denn diese würden mit Niederschlägen in die Vorfluter abgeschwemmt.

Verstöße gegen die oben genannten Regelungen sind bußgeldbewehrt und Cross- Compliance-relevant.

Weitere Informationen geben die Mitarbeiter der örtlichen Dienststellen der Landwirtschaftskammer. Die Kontaktdaten finden Sie auf der Homepage der LWK Niedersachsen. Klicken Sie hier...

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