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Baugenehmigung

Praxisbericht: Schweinemast mit zusätzlichem Güllesilo

Güllebehälterbau bei Landwirt
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Christa Diekmann-Lenartz, LAND & Forst
am
22.11.2018

Auch Niedersachsens Schweinehalter müssen in Zeiten der Düngeverordnung mehr Lagerraum für Gülle vorhalten. Ein Schweinemäster aus dem Kreis Vechta berichtet.

Ohne sein neugebautes Güllelager hätte Jürgen gr. Heitmann aus Steinfeld im Kreis Vechta in diesem Frühjahr nicht neu einstallen können. Der 56-jährige Schweinehalter mästet auf 2.250 Plätzen. Er bewirtschaftet 40 ha. Einen Teil seiner Gülle gibt er ab über eine Börse.

1.800 m³ Gülle abzugeben

Bedingt durch die ungünstigen Witterungsverhältnisse und die Neuregelungen der Düngeverordnung sah es jetzt im Frühjahr jedoch schlecht aus mit der Abnahme: "Bis zur neuen Düngeverordnung war die Gülle im Herbst heiß begehrt, es gab auch den Winter über nie Engpässe", erzählt der Landwirt.

Mit 8 €/m³ hielten sich die Kosten zudem lange in Grenzen, heute haben sie sich in Südoldenburg mehr als verdoppelt. Etwa 1.800 m³ Gülle muss gr. Heitmann abgeben.

Bauantrag für zusätzliches Güllelager

Er hatte schon vor fünf Jahren vorausschauend einen Bauantrag für ein zusätzliches Güllelager mit 850 m³ gestellt und auch genehmigt bekommen. Da die Abgabe über die Güllebörse aber problemlos lief, baute er erst im vergangenen Jahr: "Letztlich war die neue Düngeverordnung Auslöser", sagt er, "den Behälter habe ich gebaut, um mir Stress zu ersparen."

Güllemengen durch N- und P-reduziertes Futter verringert

Mit seiner Einschätzung, dass auf die Gülle abgebenden Betriebe stressige Zeiten zukommen könnten, lag er nicht verkehrt. Aber mit einer hohen fünfstelligen Summe belastet der Behälter die Schweinemast auch nicht unerheblich.

Um die abzugebenden Güllemengen zu reduzieren, füttert gr. Heitmann ein stark N- und P-reduziertes Mastfutter, das bringt eine deutliche Entlastung. Durch den Einbau von Beckentränken kann er außerdem Wasserverluste minimieren.

Güllebehälter mit Leckage-Erkennung

Gr. Heitmann brauchte zwar laut Baugenehmigung für den Güllebehälter keine Leckage-Erkennung, baute diese aber dennoch ein – auch hier ging ihm Sicherheit vor. Beim Behälter hat er sich für eine Beton-Variante entschieden. Es gibt zwei Entnahmestellen, oben und unten. Theoretisch könnte er die abgesetzte Dickgülle und die dünne Gülle separat abpumpen.

Güllebehälter direkt aus Mastställen befüllbar

Befüllt werden kann der Behälter direkt von den drei Mastställen, die sich auf dem Hof befinden. Das hat sich als komfortabel erwiesen und gr. Heitmann würde jedem Berufskollegen zu dieser Variante raten, wo möglich. In seinen Ställen mit Slalom-System im Güllekeller benötigt er einen Mixer zum Aufrühren der Gülle.

Güllekeller werden komplett geleert

Gr. Heitmann setzt im Futter 30 % Gerste ein, diese Gülle lagert sich schnell ab. Heute arbeitet er so, dass die Güllekeller nach jedem Mastdurchgang komplett geleert werden.

Als Pumpe nutzt er ein 30 Jahre altes Exemplar aus einem früheren Güllesilo aus Holz. Sie arbeitet noch einwandfrei.

Mehr zum Thema Erweiterung von Güllelagerung und den damit verbundenen Problemen lesen Sie in der LAND & Forst 46/18.

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