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Kommentar

Lasst das Fest friedvoll sein

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Ralf Stephan, LAND & Forst
am
21.12.2016

Weihnachten ist die Zeit der Wohltaten für Bedürftige. Dabei kann man Charakter zeigen – sofern man ihn hat, sagt LAND & Forst-Chefredakteur Ralf Stephan.

Kurz vor Weihnachten mehrten sich wieder schreckliche Nachrichten. Dabei nehmen wir den weitaus größten Teil des Elends in den zahllosen Kriegsgebieten der Welt gar nicht wahr, weil nur bestimmte Regionen im Fokus der Berichterstattung stehen. Umso schockierender der Anschlag mitten in Berlin. Er zeigte, wie zerbrechlich der Frieden selbst hierzulande ist.

Prominente gehen mit gutem Beispiel voran

Die Vorweihnachtszeit ist aber zum Glück immer auch die Zeit der Wohltaten für Bedürftige. Vereine laden zu Weihnachtsfeiern ein, übergeben Geschenke, bieten Hilfe an. Dabei geht es nicht um bloße Gesten der Barmherzigkeit, sondern um die aufrichtige Sorge für Mitmenschen in schwierigen Lebenslagen.

Erfreulicherweise gehen Prominente immer wieder mit gutem Beispiel voran. Einer, der außerhalb jeglichen Verdachts der Eigenwerbung steht, ist der Berliner Entertainer Frank Zander. Von seiner Kunst mag man halten, was man will. Aber an der Tatsache, dass der 74-Jährige seit 1995 jedes Jahr ein weihnachtliches Gänseessen für Obdachlose organisiert, kommt keiner vorbei. Zunächst aus eigener Tasche finanziert, jetzt mit Unterstützung vieler Sponsoren, beköstigen inzwischen Köche aus acht Hotels rund 3.000 wohnungslose Menschen mit Gänsekeulen, Rotkohl und Klößen. Ein riesiges Fest, für das Berlin größtes Hotel den nötigen Platz einräumt.

Veranstaltung braucht Unterstützer, keine Besserwisser

Was so eine Veranstaltung braucht, sind möglichst viele Unterstützer. Sei es den Bürgermeister, der beim Servieren hilft, sei es die Bundespolizei, die aus den Reserven ausgemusterte Pullover verteilt. Was so eine Veranstaltung ganz bestimmt nicht braucht, sind selbstherrliche Besserwisser. Solche zum Beispiel, die lamentieren, weil für das Festmahl Gänse geschlachtet wurden. Die Obdachlosen hätten sich doch sicher auch über vegane Buletten mit dunkler Soße gefreut, musste sich Zander über die angeblich sozialen Internet-Netzwerke vorhalten lassen.

Redaktion und Verlag wünschen friedliche Weihnachten!

Das Echo der Netzgemeinde hielt der Verfasser, ein Musikproduzent und bekennender Veganer, nicht lange aus. Seinen peinlichen Ratschlag löschte er kurz nach dem Erscheinen. Er wäre sicher besser beraten gewesen, sich selbst an der Speisung der Bedürftigen zu beteiligen statt vom Sofa seiner Villa aus neunmalklug zu belehren. Gern auch mit veganen Buletten – dann hätte er gleich die unmittelbare Reaktion des „Marktes“ testen können.

Redaktion und Verlag wünschen friedliche Weihnachten! Genießen Sie Ihr Festmahl. Woraus es auch besteht, immer waren Landwirte daran beteiligt.

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