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Kommentar

Mitmachen ist der beste Weg

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Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
04.01.2017

Führt die Digitalisierung zum gläsernen Bürger oder zur industriellen Revolution? Dies fragt Sabine Hildebrandt, stellvertretende Chefredakteurin der LAND & Forst.

Die Digitalisierung macht vor nichts halt? Doch, vor dem ländlichen Raum. Den Eindruck kann man gewinnen, wenn bei der Fahrt durch Niedersachsen im Display des Smartphones „Kein Netz“ auftaucht.
Der schnelle orientierende Blick in die digitale Landkarte – Fehlanzeige. Unterwegs im Zug Mails bearbeiten – ja, aber nur in Bahnhofsnähe. Wer auf dem Land wohnt, fühlt sich zunehmend abgehängt von der digitalen Welt.

 

Für neue Ideen auf dem Land

Dabei bietet gerade die Erfassung, Aufbereitung und Vernetzung von Daten völlig neue Möglichkeiten, um der Landflucht entgegenzuwirken. Welche das genau sein können, haben Workshops in Wennigsen und Südniedersachsen ergeben. 

Gemeinsam erarbeiteten Bürger und Experten Ideen, die vor Ort weiterhelfen. Was heraus kam, war beachtlich: Wennigsen könnte Bürogemeinschaften anbieten (Coworking-Spaces), um den vielen Pendlern die Fahrt zum Arbeitsplatz zu ersparen. Die Bürger möchten außerdem eine „intelligente Verwaltung“, die sie jederzeit per Dialogsystem erreichen können. In Südniedersachsen war das vorherrschende Thema Mobilität: E-Bikes und autonomes Shuttle statt lückenhaftem Busverkehr.

Die vierte industrielle Revolution

Digitalisierung wird auch als „vierte industrielle Revolution“ bezeichnet. Wer so denkt, sollte nicht vergessen, was passiert ist, als Kohle, Stahl und Dampfmaschinen den Takt angaben. Ein wesentliches Kennzeichen der ersten industriellen Revolution im 19. Jahrhundert war die ungleiche regionale Verteilung. Orte, in denen keine Eisenbahn hielt, landeten auf dem Abstellgleis.

Ebenso erging es Handwerkern und kleinen Gewerbebetrieben, die mit den günstigeren Produktionsmethoden in den Fabriken nicht mithalten konnten. Die neuen Fabriken zogen außerdem ungelernte Arbeiter aus den ländlichen Gebieten ab. So vollzog sich mit der industriellen Revolution auch ein gesellschaftlicher Wandel.

Offenheit und Aufklärung

Der Prozess der Digitalisierung muss also zwingend gesteuert werden, um die Fehler der Vergangenheit zu vermeiden. Die regionalen Initiativen zeigen, dass Kommunen bereits jetzt jede Menge dafür tun können, damit sie nicht auf der Leitung stehen, wenn die dann erstmal da ist. Dabei sollte auch daran gedacht werden, die Angst vor der Technologe zu thematisieren. Skepsis ist angebracht – keiner möchte gerne gläsern sein.

Der Angst muss Offenheit und Aufklärung gegenüber gestellt werden. Man könnte damit beginnen, dass man sich um alltägliche Probleme der Menschen kümmert und nicht Konzerninteressen folgt

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