Hof- und Dorfleben 60 Jahre Geschichte in einem Buch

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Eine umfangreiche Chronik beschreibt die Geschichte der Forstbetriebsgemeinschaft Forstverband Jesteburg von 1953 bis heute - eine spannende Geschichte, die wir für Sie zusammengefasst haben.

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Autor Uwe Gamradt zeigt seine Chronik über den Jesteburger Forstverband. 543 Seiten spannende Geschichte.

Der langjährige ehemalige Bezirksförster Uwe Gamradt präsentierte das von ihm verfasste Werk zur 60. Jubiläumsfeier des Zusammenschlusses. Auf 543 Seiten wird die Geschichte des forstwirtschaftlichen Zusammenschlusses lebendig. Zahlreiche Fotos vervollständigen den Text. Zwei Jahre hat Gamradt zusammen mit seiner Frau Karin und Tochter Inka viele Archive durchforstet, Telefonate bis hin nach Berlin und in den Taunus geführt und dann die Ergebnisse akribisch aufgeschrieben. Auch im Forsthaus im Buchholzer Ortsteil Holm-Seppensen (Landkreis Harburg), wo der 72-jährige Ruheständler heute noch wohnt, wurde er bei der Suche nach Dokumenten fündig.

Geschichte bewahren

"Kommende Generationen von Waldbauern sollen wissen, wie alles begonnen und sich die Privatwaldbewirtschaftung im Laufe der Jahrzehnte entwickelt hat", sagt Uwe Gamradt. "Wenn wir dies nicht festhalten, ist es in unserer schnelllebigen Zeit für immer verloren".

Mischbestände gefragt

Besonders hilfreich für ihn: Zwei Drittel der Zeit seit Gründung des Forstverbandes hat Gamradt das Geschehen von 1966 bis 2005 entscheidend mitgeprägt. Mit vier der insgesamt fünf Vorsitzenden arbeitete er zusammen. Heute steht Detlef Cohrs aus Thelstorf an der Spitze des Verbandes, für die Betreuungsarbeit zeichnet Bezirksförster Torben Homm verantwortlich.

Die Jubiläumsfeier des Forstverbandes fand genau dort statt, wo vor 60 Jahren alles begann - im Gasthaus Wille in Welle. Damals wie heute gilt im Forstverband die Vorgabe, dass nicht mehr Holz im Wald genutzt werden darf, als jährlich zuwächst. Der verheerende Sturm vom November 1972 war eine gewaltige Herausforderung für Waldbesitzer, Vorstand und Bezirksförster.

"Wir haben im Forstverbandsgebiet ca. 1.000 Hektar wieder aufgeforstet. Die heute 35- bis 38-jährigen Mischbestände können sich sehen lassen, besonders im Herbst, wenn sie sich in farbenfroher Pracht zeigen", meint Gamradt. Der Umbau der Pionierwälder nach Heidewirtschaft in naturnahe Mischbestände sei weiterhin anzustreben; hierbei sollten öffentliche Fördermittel in Anspruch genommen werden.

"Im Hinblick auf die Klimaveränderung ist der Anbau von Douglasie und Küstentanne, neben unseren standortheimischen Nadelbaumarten, zu forcieren", erklärt der ehemalige Bezirksförster. Derzeit boome der Holzmarkt - der nachwachsende Rohstoff Holz sei national und international gefragt. Zudem fungiere der Wald auch als beliebte Erholungs-Oase für die Einheimischen und Urlauber.

Der Jesteburger Forstverband vertritt 523 Waldbesitzer mit einer Fläche von 6.300 Hektar. Das Einzugsgebiet reicht von der Fischbeker Heide bis zur Kreisgrenze bei Wintermoor.