Landfrauen Alternativen für herkömmliche Landärzte gesucht

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Patientenakte © Christian Mühlhausen Bild vergrößern
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Wie sieht gute medizinische Versorgung auf dem Lande künftig ohne herkömmliche Landärzte aus? Die Landfrauen im Gespräch mit Prof. Freitag von der Uni Oldenburg.

Wie sieht die medizinische Versorgung auf dem Land künftig aus? Welche Zukunft haben Landärzte noch? Um diese Themen ging es bei einem Treffen der beiden niedersächsischen Landfrauenverbände mit Professor Michael Freitag von der Universität Oldenburg. Er leitet die Abteilung Allgemeinmedizin im „Departement Versorgungsforschung“. Die Landfrauen hatten kürzlich ein Positionspapier zur medizinischen Versorgung auf dem Land veröffentlicht.

Einig waren sich alle: die medizinische Versorgung auf dem Land weist Missstände auf und Lösungen müssen gefunden werden.

Landärzte entlasten

Wichtige Ergebnisse und interessante Fallbeispiele aus dem Gespräch hier im Überblick:

  • Schon im Medizinstudium Weichen stellen: Im Modellstudiengang Humanmedizin an der Universität Oldenburg sind in jedem Studienjahr Hausarzt-Praktika unterschiedlicher Länge verpflichtend. So wird frühzeitig eine gute Bindung an spätere Arbeitsmöglichkeiten eröffnet.
  • Prof. Freitag berichtete von einem Pilotprojekt „Patientenmobil“ im Kreis Leer. Das ist seit Herbst 2016 im Einsatz und fährt Patienten zum Arzttermin.
  • Es gibt speziell fortgebildete Medizinische Fachangestellte (MFA), die Hausbesuche machen und somit (nicht nur) Landärzte entlasten können.
  • Die Beisitzerin für das Osnabrücker Land im Verband Weser-Ems, Monika Feil, berichtete von Erfahrungen aus ihrem Umfeld: Besonders ältere Menschen suchen am Wochenende nicht den ärztlichen Bereitschaftsdienst in Osnabrück auf, sondern fahren in die Notaufnahme des nächstgelegenen Krankenhauses. Sie trauen sich den Weg in und durch die Großstadt nicht zu. Prof Freitag bestätigte: „Das hören wir immer wieder. Das ist für die Notaufnahmestationen in den Krankenhäusern ein großes Problem.“ Die ärztlichen Bereitschaftsdienste seien teilweise zu stark zentralisiert worden.

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