Lernort Bauernhof Bauernhofkindergarten: Hofkind auf Zeit

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Kinder auf Strohballen © Birgit Greuner Bild vergrößern
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Im Bauernhofkindergarten Aschwarden in Schwanewede (Landkreis Osterholz) gibt es jeden Tag Landwirtschaft zum Anfassen, für zurzeit 15 Kinder von 1 bis 7 Jahren.

Piet und Malou knien vorsichtig vor den Hühnern und halten ihnen eine Handvoll Futter vor den Schnabel. Gierig beginnen die Tiere vom Bauernhofkindergarten Aschwarden zu fressen. „Hier euer Frühstück“, sagt Piet und mit Blick zu Malou: „Die brauchen unser Futter, weil sie so richtig doll Hunger haben.“

Die 15 Kinder füttern die Tiere jeden Morgen. „Das gehört zu unserem Konzept“, sagt Bettina Mittendorf, Leiterin der Einrichtung in der Gemeinde Schwanewede bei Bremen. Die Kinder in der Familiengruppe im Alter zwischen 1 und 7 Jahren lernen, Verantwortung zu übernehmen. „Das geht beim Thema Füttern sehr gut. Die Mädchen und Jungen verstehen, dass die Tiere jeden Tag Hunger haben und versorgen sie fürsorglich.“Nach getaner Arbeit geht’s weiter im Spiel: Die Kinder laufen hinaus auf die Wiese zu den Strohballen und klettern um die Wette nach ganz oben.

Tiere für den Bauernhofkindergarten nach und nach angeschafft

Bettina Mittendorf ist vor 24 Jahren zusammen mit ihrem Mann Werner auf den Aschwardener Resthof gezogen, ein niedersächsisches Zweiständerhaus mit Stalldiele und Wohntrakt. Nach und nach haben sie sich Hühner, Ziegen, Schafe und den Esel Nikolaus angeschafft. Auch Filou, ein portugiesischer Wasserhund, gehört jetzt dazu.

 

Kinder im Umgang mit Tieren wie ausgewechselt

Als Sozialpädagogin, heilpädagogische Fachkraft und Waldorferzieherin hatte Bettina Mittendorf schon mehrere Jahre in Waldorfkindergärten gearbeitet: „Ich war damals auf der Suche nach einer optimierten Form der Kinderbetreuung: Unsere zwei eigenen Kinder sind hier auf dem Hof mit den Tieren aufgewachsen. Und uns besuchten immer wieder Kindergartenkinder, die beim Umgang mit den Tieren wie ausgewechselt waren.“

So entstand die Idee vom eigenen Bauernhofkindergarten mit einer entsprechend kleinen Betreuungsgruppe. Die heute 52-Jährige schaute sich eine der wenigen damals schon bestehenden Einrichtungen an und besuchte ein Seminar der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof. „Danach war mir und meinem Mann klar: Wir wollen starten.“

So bauten sie 2006 den Resthof das erste Mal um: „Den Bauabschnitt haben wir selbst finanziert. Das Gute war: Mein Mann ist Architekt und hat die Planung selbst gemacht.“ 2006 gründeten sie auch den Verein Bauernhofkindergarten Aschwarden e.V.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 38/2016 auf den Seiten 58 bis 60. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…