Düngung Bodenproben: Was Sie wissen sollten

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Landwirt zieht auf dem Quad sitzend Bodenrproben © Eckhard Mellies Bild vergrößern
Große Flächen sollten bei der Probenahme zur Grundbodenuntersuchung in Teilflächen unterteilt werden.
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Die Düngeverordnung fordert umweltschonendes und pflanzengerechtes Düngen. Bodenanalysen sind eine wichtige Grundlage. Was Sie am besten Bodenproben nehmen.

Per Bodenprobe die Nährstoffversorgung der Böden checken

Die heterogenen Regionen in Niedersachsen mit Grund- und Endmoränen, Mittelgebirgslagen und Schwarzerden weisen sehr hohe Ertragsunterschiede auf. Grundlage eines jeden Anbaus von Kulturen ist somit die standortangepasste, optimale Bodenversorgung mit Nährstoffen. Diese lässt sich nur über eine sorgfältig geplante Bodenprobenahme ermitteln.

    Per Bodenprobe Nährstoffgehalte des Bodens genau analysieren

    Besonders bei der Grunddüngung liegen die Düngerkosten im Vergleich zu den Erzeugerpreisen relativ hoch. Deshalb denken viele Landwirte darüber nach, Kalk und Grundnährstoffe gezielter einzusetzen. Das setzt genaue Kenntnisse der Nährstoffversorgung ihrer Böden voraus.

    Für eine sinnvolle, effektive Bodenprobenahme sind folgende Punkte zu beachten:

    1. Bei der Probenahme für die Grundbodenuntersuchung, also  zur Ermittlung der Makro sowie Mikronährstoffe und des  pH-Wertes, werden  große landwirtschaftliche Flächen in verschiedene Teilbereiche eingeteilt. Gibt es Bereiche, wo der Landwirt jedes Jahr mit irgendwelchen Kalamitäten an den Kulturen zu rechnen hat, sollten dort gesondert zusätzliche  Proben gezogen werden.
    2. Der Probenehmer wird zu Fuß oder per Quad eingewiesen, die Flächen in Form eines B/Z  oder einer 8 bei einem Raster von 2 bis 3 ha mit etwa 15 bis 20 Einstichen pro Probe auf Ackerland vorzunehmen. Bei Grünland sollten es 20 bis 40 Einstiche sein, da diese Flächen nicht bearbeitet werden und es zu keinen Mischungseffekten kommt.
    3. Ein weiterer Punkt ist die Einstichtiefe. Bei Ackerböden gilt die Aussage, dass der Probenehmer die Bearbeitungstiefe beprobt. Sollte vom Betriebsleiter keine ausreichende Auskunft zu erhalten sein, kann der Probenehmer vorher mit der Bodensonde die Bearbeitungstiefe/Pflugfurche ermitteln. Bis zu dieser Tiefe sollten dann die Einstiche durchgeführt werden.
    4. Auf Standorten mit langjähriger Minimalbodenbearbeitung sollte die alte Bearbeitungstiefe als Bodenprobenahmetiefe angenommen werden.
    5. Sehr wichtig ist, darauf zu achten, dass kein „toter Boden“ (also Unterboden, zum Beispiel gelber Sand) in die Bodenproben gelangt. Da der Unterboden stets deutlich niedriger mit Nährstoffen versorgt ist als die Krume, würden sich daraus dann Bodenwerte ergeben, die die Bodenversorgung zu niedrig einschätzen.
    6. Bei Grünland sollte unbedingt der durchwurzelbare Raum als Probenahmetiefe angenommen werden, also etwa 10 cm, bei Marschböden zum Teil noch tiefer. Das Grünland ist in der Lage, im oberen Bereich bei guter Durchwurzelung die Nährstoffe sehr gut zu erschließen, so dass auch die organische Düngung dort hoch effizient ausgenutzt wird. 
    7. Vorgewende und Mietenplätze sind bei der Probenahme auszusparen, Pflanzenreste zu entfernen. Das Probenmaterial muss gut gemischt werden und die Beutel sind genau zu beschriften (Probennummer, Schlagnummer oder -bezeichnung und Nummer) sowie die Adresse des Landwirts anzugeben. Auf der Probenbegleitliste sind dieselben Daten einzutragen, dazu der Name des Probenehmers und der gewünschte Untersuchungsumfang.
    8. Es wird empfohlen, die Bodenproben alle drei Jahre zu den Intensivkulturen wie Rüben, Kartoffeln oder Raps zu ziehen. Der Gesetzgeber schreibt eine Probenahme alle sechs Jahre vor, was aus fachlicher Sicht nicht ausreichend ist.
    9. Sind sehr große Flächen zu beproben, sind Bodenbeprobungen auf jeden Fall vorzubereiten. So können Ackerflächen zum Beispiel mit Google Earth in Parzellen aufgeteilt werden. Durch Google Earth kann der Betriebsleiter  durchaus schon die Bodenunterschiede aus der Vogelperspektive erkennen.
    10. Der Landwirt sollte sich Gedanken machen, wie diese Flächen einzuteilen sind, und mit dem Bodenprobenehmer die Beganglinien besprechen sowie diese in ein Luftbild eintragen. Das gelingt mit einer elektronischen Ackerschlagkartei mit eingebautem geografischen Informationssystem (GIS) oder der Dienstleister verfügt über darüber.
    11. Wichtig ist heute die GPS-gestützte Bodenprobenahme. Hierbei zeichnet der Rechner die Einstichpunkte auf den Flächen genau auf, die dann bei der nächsten Probenahme genau wiedergefunden und erneut beprobt werden.
    12. Die Proben sollten möglichst immer im gleichen Monat genommen werden, um die Ergebnisse dann mit den vorjährigen vergleichen zu können.
    13. Sehr wichtig ist auch, dass zwei bis drei Monate vor der Probenahme keine Organik oder Mineraldünger ausgebracht wurden, die in die Bodenproben gelangen und damit die Ergebnisse verfälschen können. Es ist anzuraten, immer denselben Probenehmer zu beauftragen, wenn der Landwirt die Proben nicht selber zieht.

    Mehr zum Thema Bodenproben lesen Sie in der LAND & Forst 31/17 ab Seite 50. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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    Mit Material von Eckhard Mellies von der LUFA Nord-West
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