Finopril Deutscher Bauernverband fordert Schadensersatz für Legehennenhalter

Eier gestapelt in Eierpappen © Christian Mühlhausen/landpixel Bild vergrößern
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Nach illegalem Fehlverhalten eines Dienstleisters werden jetzt Millionen insektizidverseuchter Eier vernichtet. Der Bauernverband fordert nun Schadensersatz.

Schadensersatz für die Legehennenbetriebe die vom illegalen Einsatz des Insektizids Fipronil betroffen sind, fordert der Deutsche Bauernverband. „Die betroffenen Landwirte dürfen nicht auf ihren Schäden sitzen bleiben“, sagte der stellvertretende DBV-Generalsekretär Udo Hemmerling den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Bei dem Fipronil-Einsatz handele es sich „um ein klares Fehlverhalten eines Dienstleisters, der dieses Insektizid illegal einem legalen Desinfektionsmittel untergemischt hat“, betonte Hemmerling. Er forderte von Bund und Ländern eine schnelle Aufklärung des Falls.

Vier niedersächsische Legehennenbetriebe gesperrt

Aktuell sind bundesweit vier Betriebe wegen Fipronil-Funden gesperrt. Diese befinden sich in Niedersachsen. Weitere werden überprüft. "Einem typischen gesperrten Betrieb entsteht täglich ein Schaden von rund 4.000 Euro an Umsatzverlust. Der Verursacher muss diesen finanziellen Schaden begleichen", forderte Hemmerling.

Insektizid Fipronil nicht erlaubt bei lebensmittelliefernden Tieren

Vermutlich wurde das Insektizid Fipronil von einem belgischen Hersteller beigemischt. Es handelt sich um ein Kontaktgift, das gegen Hautparasiten wirkt. Die Anwendung bei lebensmittelliefernden Tieren ist nicht erlaubt.
In hohen Dosen kann Fipronil auch für Menschen gefährlich sein. Wie genau es auf Menschen wirkt, ist nicht bekannt.

Niedersachsens Agrarminister fordert Rückstandsmonitoring

Der Landwirtschaftsminister von Niedersachsen, Christian Meyer, forderte auch Konsequenzen beim Bund. Das Insektizid Fipronil müsse in das bundesweite Rückstandsmonitoring für Lebensmittelkontrollen aufgenommen werden.

Er gehe nicht davon aus, dass das Reinigungsmittel mit Fipronil flächendeckend in Legehennen-Ställen in Niedersachsen eingesetzt wurde. "Wir haben jetzt drei Nummern von mehreren hundert Betrieben", sagte der Grünen-Politiker am Freitag in Hannover. 

Meyer: Legehennenhalter ohne Schuld

Vor dem Verzehr von Eiern dieser drei niedersächsischen Prüfnummern wird gewarnt. Meyer teile nicht die Auffassung, jetzt alle Eier aus dem Handel zu nehmen. Den Legehennenhaltern sei kein Vorwurf zu machen. Derzeit meldeten sich viele Betriebe, die nicht mit dem holländischen Unternehmen zusammengearbeitet hätten.

Die Firma habe damit geworben, besonders effektiv Schädlinge bei Legehennen bekämpfen zu können. Nach Überprüfung der Lieferlisten waren vier niedersächsische Betriebe gesperrt worden.

Einer von ihnen produziert keine Eier, die Rückstände fanden sich im Gefieder von Junghennen. Ein fünfter Verdachtsfall entpuppte sich laut Meyer als Briefkastenfirma. "Wir verfolgen weiter, wer dort das Mittel abgeholt oder benutzt hat."

Aldi nimmt Eier aus Verkauf

Aldi Nord und Aldi Süd haben deutschlandweit sämtliche Eier aus dem Verkauf genommen. In die Regale sollen nur noch Eier kommen, die die giftige Substanz nachweislich nicht enthalten, wie die Unternehmensgruppen am Freitag mitteilten.

Es handele sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, "Klarheit und Transparenz" für die Kunden sollen geschaffen werden.

Vom Lebensmittelhändler Rewe hieß es: Die Verbraucher reagieren auf den Fipronil-Skandal mit einer deutlichen Kaufzurückhaltung.


Mit Material von dpa