Diskussionsrunde Landfrauen: Ehrenamt 4.0 stärkt Vereine

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Was kann die Digitalisierung Vereinen und Ehrenämtern im ländlichen Raum bieten? Eine Diskussionsrunde vom Deutschen Landfrauenverband auf der Grünen Woche gab Antworten auf diese Frage.

Auch Vereine und Ehrenämter im ländlichen Raum nutzen die digitale Kommunikation immer mehr. Auf einer Diskussionsveranstaltung vom Deutschen Landfrauenverband auf der Grünen Woche ging es um Vor- und Nachteile des sogenannten Ehrenamtes 4.0. Die digitale Kommunikation stärkt das Ehrenamt. Das bestätigten Dr. Mike Weber und Nora Wegener vom Berliner Kompetenzzentrum Öffentliche IT.

Vereinsmitglieder können sich dadurch vielfältiger und damit flexibler austauschen. Die digitale Vernetzung habe aber einen Mehraufwand zur Folge: So müssten Facebook-Seiten oder mobile Apps von Vereinen regelmäßig gepflegt werden.

Scherb: Digitale Bildungslücken im Ehrenamt verhindern

dlv-Präsidentin Brigitte Scherb befürchtet digitale Bildungslücken im Ehrenamt: „Wir sind offen für neue digitale Möglichkeiten. Aber wir müssen auch darauf achten, alle mitzunehmen und das Ehrenamt nicht zu überfordern.“

Digitalisierung auch beim Thema Nachbarschaftshilfe

In der Podiumsrunde ging es um neue Formen des digitalen bürgerschaftlichen Engagements in ländlichen Regionen. Ein Beispiel ist das Projekt „Das vernetzte Dorf“ von Pastor Ralph-Ruprecht Bartels aus dem Haus kirchlicher Dienste in Hannover. Angeboten wird eine Nachbarschaftshilfe 4.0: Mit digitaler Hilfe werden Angebot und Nachfrage von Hilfeleistungen im Alltag zusammengebracht.

Zum Beispiel teilt jemand in einer Whatsapp-Gruppe mit, dass er gleich einkaufen geht und fragt, wem er etwas mitbringen soll. Interessenten melden sich und geben ihre Einkaufswünsche durch. Bartels ist überzeugt: Gerade den Älteren bietet ein solches Engagement einen Mehrwert.

Ehrenamtliche Organisationen brauchen Digitalisierung

Steffi Trittel, Mitglied des dlv-Präsidiums und Bürgermeisterin der Gemeinde Hohe Börde, berichtete von den Erfahrungen mit der Ehrenamtsdrehscheibe in ihrer Gemeinde. Ihrer Meinung nach braucht das Land Vereine, denn: „Das Gemeinschaftsgefühl und die Zugehörigkeit führt besonders die jüngeren, neuen Mitglieder zu uns.“

Lutz Stratmann von der Demografieagentur für die niedersächsische Wirtschaft rät: Wer ehrenamtliche Organisationen weiterentwickeln will, kommt am Thema Digitalisierung nicht vorbei. Es sei aber meist notwendig, sich Expertise von außen zu holen.

Die abschließende Diskussion zeigte: Vereine profitieren von neuen digitalen Engagementformen. Aber um alle mit auf den Weg zu nehmen, seien maßgeschneiderte Bildungsprogramme nötig.


Mit Material von Deutscher Landfrauenverband