Agrarministerkonferenz Landvolk zur AMK: Veränderungen fair gestalten

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AMK-Versammlung © Ralf Stephan Bild vergrößern
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Bei der Agrarministerkonferenz setzen Landvolk und DBV auf fairen Dialog und mahnen, die Betriebe nicht mit Wahlkampfzielen zu überfordern.

Gemeinsam hatten das Landvolk Niedersachsen und der Deutsche Bauernverband (DBV) am Tag vor der Agrarministerkonferenz von Bund und Ländern (AMK) die Presse eingeladen. „Unsere Betriebsleiter werden fast täglich mit neuen Forderungen konfrontiert“, sagte Landvolkpräsident Werner Hilse vor Journalisten im Landvolkhaus in Hannover.

„Die Bauern sollen dem Tierwohl eine noch höhere Priorität einräumen und dabei zugleich mehr für den Umwelt- und Naturschutz tun. Sie sollen sich auf heimische Märkte konzentrieren, am besten als Direktvermarkter, Produkte in hoher Qualität liefern, aber das alles auf niedrigstem Preisniveau“, nannte er konkrete Beispiele.

DBV-Generalsekretär Bernhard Krüsken ergänzte: „Die Höfe stehen unter einem immensen Erwartungsdruck, aber wir vermissen oft die Gesprächsbereitschaft gegenüber den Landwirten darüber, wie diese Erwartungen realisiert werden können.“

Landwirte erwarten von AMK fachorientierte Arbeit

An die Adresse der in Hannover tagenden Agrarminister richtete Krüsken die Forderung, Fortschritte auf den Höfen zu würdigen und den Blick für faire und realistische Lösungen beim Wunsch nach weiteren Veränderungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Zugleich erwarteten die Landwirte von der Tagung eine fachorientierte Arbeit, die sich gerade in Zeiten des Wahlkampfes von den Zwängen einzelner Parteiprogramme freimachen müsse.

Konkret sprachen Krüsken und Hilse neben anderem die Folgen des Magdeburger Urteils zum Kastenstand in der Sauenhaltung an. „Wir wollen reagieren, brauchen aber ein stimmiges Konzept“, sagte Krüsken. Die Ankündigung von Agrarminister Christian Meyer, die „Sau raus lassen“ zu wollen, reiche nicht aus.

„Dann muss er aufpassen, dass sie nicht nach Dänemark verschwindet.“ Auch das Ziel, einen möglichst hohen Anteil der Direktzahlungen in die Zweite Säule umzuschichten, sah Krüsken kritisch: „In Sachen Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Ökoeffizienz brauchen wir neue Lösungen. Da reicht es nicht, die Erste Säule abzuschaffen.“

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