Aus den Regionen Moorschutz: Minister Meyer kann Landwirte nicht beruhigen

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Agrarminister Christian Meyer kann die Landwirte beim Thema Moorschutz nicht beruhigen. Die Stimmung bei einer Diskussionsveranstaltung in Langen-Sievern war sehr angespannt.

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Christian Meyer (l) und Uwe Santjer konnten die anwesenden Landwirte beim Thema Moorschutz nicht beruhigen.
Landwirtschaftsminister Christian Meyer kann die Landwirte beim Thema Moorschutz nicht beruhigen. Große Enge und angespannte Stimmung unter den Landwirten kennzeichneten die Situation am vergangenen Dienstagabend in der Gaststätte "Zur Mühle" in Langen-Sievern im Landkreis Cuxhaven.
 
Dorthin hatte Landtagsabgeordneter Uwe Santjer (SPD) zu einer Diskussionsveranstaltung über "Perspektiven, Chancen und Förderung des ländlichen Raumes" Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer eingeladen. Kaum hatte Meyer damit begonnen, die Verdienste seines Hauses in punkto "mehr Agrarfördergelder an die Landwirte" hervorzuheben, wurde er durch Zwischenrufe aufgefordert, sich auf das brennende Thema Moorschutzpläne der Landesregierung zu konzentrieren.

Moorschutz ist im Cuxhavener Hinterland ein wichtiges Thema

Schließlich ist die Region im Cuxhavener Hinterland durch die geplanten neuen Vorranggebiete für "Torferhaltung und Moorentwicklung", manifestiert in den Änderungen zum Landes-Raumordnungsprogramm, stark betroffen. Minister Meyer stellte den Sachverhalt dann wie folgt dar: Die neuen Vorranggebiete seien in erster Linie ausgewiesen worden, um einen weiteren Torfabbau zu stoppen und die Grünlandflächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu retten. Des Weiteren sei keinerlei Zwangsvernässung der Moorgrünlandflächen vorgesehen, aber die Landesregierung werde in diesen neuen Gebietskulissen Fördermaßnahmen zur Entwicklung von Mooren - was nur über eine Wiedervernässung möglich ist - anbieten. Diese könnten auf freiwilliger Basis genutzt werden.
 
Die Angst, die öffentliche Hand würde die betroffenen Flächen rauskaufen und einer landwirtschaftlichen Nutzung damit entziehen, sei völlig unbegründet. Meyer: "Das Land verfügt überhaupt nicht über diese Finanzmittel". Mit der Moorschutzinitiative seiner Landesregierung wolle man aber sicherstellen, dass nicht die Torfindustrie Flächen in größerem Stil aufkaufe, abtorfe und anschließend dem Naturschutzbund zur Verfügung stelle.

Landwirte glauben Meyer nicht recht

Die Landwirte hielten dagegen, dass ihre Moorflächen in den neuen Vorranggebieten entwertet würden. Sie seien bei einer Änderung der Entwässerung für intensiv wirtschaftende moderne Milchviehbetriebe nicht mehr nutzbar. Futter müsste zugekauft werden und in den angrenzenden Regionen würden Flächenknappheit und Pachtpreise steigen. Sie wiesen ebenfalls darauf hin, dass nicht nur die Landwirtschaft, sondern die gesamte Wirtschaft der betroffenen Region an Wertschöpfung verlieren würde.
 
Sie forderten den Landwirtschaftsminister auf, wenn er der landwirtschaftlichen Nutzung in den Gebieten den Vorrang vor Torfabbau sichern wolle, dies auch in den Entwurf des Landes-Raumordnungsprogramms nieder zu schreiben. Auch wenn Minister Meyer andeutete, dass es bei der Feinjustierung des Landes-Raumordnungsprogramms noch begriffliche und gebietliche Präzisierungen geben werde, gingen die Landwirte an diesem Abend mit einem nach wie vor unguten Gefühl nach Hause. Den Aussagen dieses Politikers wollen die Betroffenen so recht nicht glauben.