Wolfrisse Niedersachsen: Hat der Wolf den Hauptdeich erreicht?

Plakat mit Wolfsschnauze auf Weide an Deich im Kreis Cuxhaven. © Kay Krogmann Bild vergrößern
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Bei Schäfer Kay Krogmann wurden Dienstag sechs Schafe am Deich zwischen Otterndorf und Altenbruch (Cuxhaven) gerissen. Derzeit wird untersucht, ob es ein Wolf war.

In Niedersachsen wird derzeit untersucht, ob der Wolf erstmals an einem Hauptdeich zugeschlagen hat: Bei Schäfer Kay Krogmann wurden am Dienstag sechs Schafe aus seiner Herde am Deich zwischen Otterndorf und Altenbruch gerissen, weitere wurden verletzt.

DNA-Proben sollen nun klären, ob der Wolf für die Risse verantwortlich ist. Die Bissverletzungen und Trittsiegel vor Ort deuten darauf hin.

Weitere getötete Rinder im Kreis Cuxhaven

Im Landkreis Cuxhaven waren bereits in der Nacht zu Samstag zwei getötete Rinder in Wanna und im Bereich Ihlienworth-Westerende gemeldet worden. Laut Wolfsmonitoring wird auch bei einem verletzten Pony in Hetthorn und einem weiteren Rind in Ihlienworth geprüft, ob ein Wolf als Verursacher in Frage kommt.

Nach Wolfsangriffen Betriebskosten verdoppelt

Schäfer Kay Krogmann fühlt sich von öffentlicher Seite völlig im Stich gelassen. Seit 2012 habe es acht Übergriffe auf seine Herde gegeben, die dazu geführt haben, dass er die Winterweidehaltung komplett einstellen und einen Stall bauen musste, berichtete er.

Allein das sei mit hohen Investitionen verbunden gewesen und sorge mindestens für eine Verdopplung der Betriebskosten im Winter. Der aktuelle Angriff am Deich verschärfe die Situation noch einmal dramatisch.

Schäfer ist körperlich und nervlich am Ende

Zurzeit hält er Lämmer, die sonst auf der Weide stehen würden, im Stall und füttert sie mit Maissilage aus zugekauften Rundballen. Einen Bauplatz, auf dem er sich mit seiner Frau ein Zuhause schaffen wollte, habe er bereits verkauft, um finanziell über die Runden zu kommen.

Nach dem aktuellen Übergriff sei er körperlich und nervlich am Ende. Finanziell müsse sich zeigen, wie lange er die Situation aushalten kann. „Ich habe keine Ahnung, wie und ob es weiter geht", sagte der Schäfer der LAND & Forst.

Heute Abend Wolfsfeuer in Niedersachsen

Heute Abend will Krogmann am geplanten Wolfsfeuer in Oberndorf (Land Hadeln) teilnehmen. Am Montag werden Maria Flachsbarth (CDU), parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, sowie Helmut Dammann-Tamke, Agrarsprecher der CDU-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, bei ihm auf dem Betrieb zu Gast sein – ein Termin, der schon im Frühjahr angesetzt worden ist.

Heute Abend ab 19.30 Uhr sollen wieder an mehreren Orten in Niedersachsen „Mahnfeuer gegen die unkontrollierte Ausbreitung des Wolfes“ entzündet werden. Hier eine Übersicht, die aktualisiert wird, sobald neue Termine bekannt werden:

  • in 21787 Oberndorf, Laak 11,
  • in 27432 Basdahl an der B71,
  • in 29549 Bad Bevensen auf dem Parkplatz neben dem Neptunbrunnen,
  • in 27389 Fintel, Nuddelhof 10

LAND & Forst wird an dieser Stelle sowie in der nächsten Ausgabe darüber berichten, wie es in dem Fall weiter geht. Eine Stellungnahme des NLWKN-Wolfsbüros wurde für spätestens Montag zugesagt.