Wolf Niedersachsen: Räude erreicht die Wölfe

Wolf schaut in die Kamera © Anne Friesenborg Bild vergrößern
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Das Wolfsbüro Hannover hat einen an Räude erkrankten Wolf im Ostenholzer Moor (Heidekreis) bestätigt. Prof. Dr. Michael Stubbe von der Uni Halle mahnt Handeln an.

Die Räude, eine hochansteckende Hautkrankheit, hat die Wölfe in Niedersachsen erreicht. Das Wolfsbüro in Hannover meldete jetzt auf Anfrage einen an Räude erkrankten Wolf. Das Tier wurde im Ostenholzer Moor, Heidekreis, gesichtet.

Räude ist eine hoch ansteckende Hautkrankheit, die durch verschiedene Milbenarten verursacht wird. Bei Wildtieren spielt vor allem die Grabmilbe Sarcoptes scabiei var. canis, die sich in die Haut eingräbt und dort ihre Eier legt, eine große Rolle.

Die Erkrankung, die relativ häufig bei Füchsen auftaucht, aber alle Caniden befallen kann, verursacht starken Juckreiz mit blutigem Aufkratzen der betroffenen Hautregionen, oft entzünden sie sich. Kahle Stellen entstehen. Diese Tiere erleiden oft einen qualvollen Tod, ihr Siechtum kann Monate dauern.

Wolfsbüro äußert sich nicht

Obwohl die Krankheit hochgradig ansteckend ist und auch auf Hunde übergreifen kann, will man sich in Hannover zu diesem Punkt nicht äußern. Es sei eine natürliche Selektion des Wildtierbestandes und man gehe davon aus, dass die meisten erkrankten Wölfe in der wärmeren Jahreszeit überleben.

Räude bei Wölfen: Wissenschaftler fordert klare Entscheidungen

Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Stubbe aus Halle sieht das etwas anders. Nach seiner Meinung sollten Natur-, Tierschutz-, Jagd- und Veterinärbehörden bei mit Räude befallenen Wölfen, klare Entscheidungen treffen und sie nicht vor sich her schieben.

So einfach sei eine Ausheilung nicht, gerade Welpen und schwache Tiere seien besonders gefährdet. Von Füchsen weiß der Wissenschaftler, dass sie sich elendig zu Tode quälen. In ethischer Verantwortung des Tierschutzes, sollten schwer erkrankte Tiere getötet werden, um auch eine weitere Ausbreitung der Seuche zu minimieren.

Wolf unterliegt dem Artenschutz

Erst kürzlich fand man in Sachsen Anhalt im Jerichower Land, einen stark abgemagerten und komplett „nackten“ toten Wolfsrüden. Örtliche Jäger hatten das erkrankte Tier schon öfter beobachtet. Normalerweise hätten sie dieses Tier erlöst.

§ 22a Abs.1 Bundesjagdgesetz (Vermeidung von Schmerzen oder Leiden schwerkranken Wildes) gilt nicht für den Wolf. Er unterliegt dem Artenschutz- ein Gnadentod ist Wölfen damit verweigert.