Grünland-Förderung Niedersachsen will die Ausgleichszulage durch eine Weideprämie ersetzen

Weidemilch © Ammerland Bild vergrößern
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Deutlich weniger Landwirte würden von einer Weidemilchprämie profitieren als dies bei der Ausgleichszulage für Grünland der Fall ist, warnt der Landvolkverband.

Sehr viele Verlierer befürchtet das Landvolk Niedersachsen mit dem Verzicht des Landes auf Gewährung der so genannten Ausgleichszulage. In öffentlichen Veranstaltungen hat Landwirtschaftsminister Christian Meyer mehrfach angekündigt, dieses Förderinstrument für Landwirte mit Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten aufgeben zu wollen. Der Minister will statt der Grünlandförderung eine reine Weideprämie einführen und mit zusätzlichen Auflagen versehen.

Soviele Landwirte profitieren von der Ausgleichszulage

Landvolkpräsident Werner Hilse hat in einem Brief an den Minister sowie die Fraktionsvorsitzenden der Regierungskoalitionen eindringlich darum gebeten, die Pläne zu überdenken und das Förderinstrument beizubehalten. „Mehr als 13.000 Landwirte und ihre Familien profitieren von der Ausgleichszulage. Insgesamt wurde über die Ausgleichszulage 2016 ein Betrag von 17,6 Mio. Euro ausgezahlt, im Durchschnitt erhielt jeder Antragsteller knapp 1.300 Euro, maximal jedoch 3.300 Euro.

Weidemilchprogramm noch unausgereift

Nach Einschätzung des Landvolkes könnten nur sehr wenige der derzeitigen Empfänger die Bedingungen für die Weideprämie erfüllen. Das noch sehr junge Marktsegment für Erzeugnisse aus der Weidehaltung wie z. B. Weidemilch  müsse zunächst entwickelt und entsprechend honoriert werden, die Förderung dürfe die Markteinführung nicht durch Überschüsse belasten und Preisdruck verursachen.

Neue Vorgaben aus Brüssel

Der Grund für die erneuten Überlegungen, die Ausgleichszulage zu kappen, sind neue Brüsseler Vorgaben. Dort wird schon länger eine Neuabgrenzung der benachteiligten Gebiete gefordert, nicht auszuschließen ist jedoch nach Informationen des Landvolkes, dass die bisherige Dauergrünlandförderung zunächst beibehalten werden kann.

Der Verband weist zudem darauf hin, dass sich die EU-Mittel  in der jetzigen Förderperiode nicht  in ein neues Programm umschichten lassen. Die Weideprämie wäre dann ausschließlich aus Landesmitteln zu finanzieren. Vor diesem Hintergrund stuft das Landvolk die Ankündigungen einer  Weideprämie als riskant und spekulativ ein.


Achtung: Diese Pflanzen sind für Weidetiere giftig
  • Steinklee Das Vergiftungsbild bei Steinklee wird im Allgemeinen erst nach zwei bis drei Wochen fortwährender Steinkleeverfütterung sichtbar, da die Wirkstoffe kumulieren. Häufig wird eine Lähmung der Rumpfmuskulatur beobachtet, aber die Beweglichkeit des Kopfes bleibt erhalten. Der Tod tritt meist zehn bis zwölf Tage nach Erkrankungsbeginn ein, sofern nicht schnell und gezielt therapiert wird.

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  • Schierling Beim Schierling ist die gesamte Pflanze giftig. Rinder meiden die Frischpflanze, aber Schweine scheinen sie zu mögen. Der Schierling führt im ersten Schritt zu Fressunlust und kann bei entsprechender Menge auch zum Tod führen.

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  • Jakobskreuzkraut Normalerweise wird das Jakobskreuzkraut (Synonym Jakobsgreiskraut) auf der Weide nicht gefressen, aber wenn das Vorkommen hoch und/oder die Pflanze im Rosettenstadium ist, wird sie besonders von Jungtieren nicht selten aufgenommen. Die Pflanze ist nicht nur im frischen, sondern auch im getrockneten und silierten Zustand giftig.

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  • Jakobskreuzkraut bei der Blüte Die Symptome eine Vergiftung mit Jakobskreuzkraut sind vollständige Futterverweigerung, rapider Gewichtsverlust, reduzierte Milchleistung, abnorm gefüllter Pansen, Bauchwassersucht (Aszites), übel riechender wässriger oder blutiger Durchfall sowie plötzliche Aufregungszustände. Die Erkrankung endet oft tödlich.

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  • Herbstzeitlose bei der Blüte Die Herbstzeitlose ist hochgiftig und kommt bevorzugt auf feuchten Wiesen vor. Den deutschen Namen erhielt die Pflanze, weil sie im Herbst und somit „außerhalb der Zeit“ blüht. Vergiftungssymptome sind Futterverweigerung und fast vollständig fehlendes Wiederkauen, Speichelfluss, Schweißausbrüche, Koliken und blutiger Durchfall.

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  • Herbstzeitlose Die Herbstzeitlose ist giftig für Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hunde und Katzen sowie für Nager wie Kaninchen und Hasen. Besonders gefährdet sind Pferde und Schweine, während Rinder und Schafe nicht ganz so empfindlich reagieren. Für das erwachsene Rind liegt die tödliche Dosis bei 1,5 bis 2,5 kg des frischen Krautes beziehungsweise 2 bis 2,5 kg der getrockneten Pflanze.

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  • Schwarzer Nachtschatten Beim Schwarzen Nachtschatten ist die gesamte Pflanze giftig, besonders die Beeren.Als Vergiftungssymptome werden erweiterte Pupillen, Verdrehung des Kopfes, Mattigkeit, Muskellähmung, schwankender Gang, Empfindungslosigkeit, Koliken und Durchfall beobachtet.

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  • Johanniskraut Die gesamte Pflanze ist wenig giftig, wirkt aber fototoxisch. Innerhalb von ein bis zwei Tagen kommt es zu Veränderungen wie Rötungen, Schwellungen und schwarzen Krusten an unpigmentierten und dünnbehaarten Körperstellen (Augenlidern, Flotzmaul, Euter).

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