Rübenanbau Nordzucker bietet Rübenpreis von 25 Euro pro Tonne

Nordzucker-Werk in Nordstemmen © Nordzucker Bild vergrößern
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Nachdem die Nordzucker Rübenanbauern aus Niedersachsen freie Mengen wegen Überzeichnung versagt hat, unterbreitet das Unternehmen nun ein neues Vertragsangebot.

Nach der deutlichen Überzeichnung der freien Menge konnte die Nordzucker AG nicht alle von den Rübenanbauern gezeichneten Vertragsmengen für 2018 annehmen.

Die enttäuschten Rübenanbauer, die damit ihre gesamte Fruchtfolge in Frage gestellt sahen, hatten daraufhin ihre Fühler auch zu den Nachbarunternehmen wie Pfeifer & Langen ausgestreckt. Das Unternehmen hatte den Bauern auch konkrete Vertragsangebote unterbreitet.

Parallel dazu hat auch die Nordzucker nach Angaben des Agrarvorstandes Dr. Lars Gorissen sofort nach Abschluss der Zeichnung alternative Lösungen diskutiert, um die nicht zum Zug gekommenen Rübenanbauer im Unternehmen zu halten.

Nordzucker-Angebot für bis zu 700.000 t Rüben

Nun liegt das Ergebnis der Beratungen vor, die in Abstimmung mit dem DNZ erfolgt sind: Die Nordzucker AG wird den Bauern ein zusätzliches Vertragsangebot für bis zu 700.000 t Rüben unterbreiten, was laut Gorissen deutlich attraktiver ist als die Angebote von Pfeifer & Langen.

Das Angebot umfasst konkret einen weiteren einjährigen Fixpreisvertrag für 2018. Der Grundpreis beträgt 17,40 €/t bei 16 % Pol., zuzüglich Polzuschlag und Nebenleistungen. Damit ergibt sich bei einem Zuckergehalt von 17,9 % ein Rübenpreis inklusive aller durchschnittlichen Nebenleistungen von 25 €/t.

Das Verfahren zur Zeichnung dieser zusätzlichen Mengen wird das gleiche sein, wie bei der Vertragszeichnung im Mai / Juni 2017. Das Vertragszeichnungsverfahren wird voraussichtlich Mitte August eröffnet und für zwei Wochen geöffnet bleiben.

DNZ-Geschäftsführer will gleichwertige Alternative

DNZ-Geschäftsführer Dr. Heinrich Hubertus Helmke stellte auf Nachfrage der LAND & Forst klar, dass trotz des gemeinsam abgestimmten neuen Vertragsangebotes die eigene Position zur Wahrung einheitlicher Vertragsbedingungen damit nicht grundsätzlich zur Disposition gestellt wird.

Er unterstrich, dass letztlich auch die Aktivitäten des Wettbewerbers Pfeifer & Langen zu neuen Verhandlungen geführt hätten und man dazu – zumindest für die meisten Betriebe – eine gleichwertige Alternative anbieten wolle. „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass der Landwirt mit dem Rübenanbau Geld verdienen muss“.

Ob dies mit den neuen Vertragspreis von 25 €/t möglich sei, müsse jeder Landwirt betriebsindividuell kalkulieren. Im Zweifel sollten die Bauern immer Rüben für die Nordzucker anbauen und nicht für ein Konkurrenzunternehmen, unterstrich Helmke.