Diskussionsveranstaltung Terror oder Tierschutz: Was rechtfertigt Stalleinbrüche?

Dieser Artikel ist zuerst in der LAND & Forst erschienen. Jetzt testen und kennenlernen - mit unseren besonderen Angeboten!

Prof. Spiller von der Uni Göttingen diskutiert zum Thema Stalleinbrüche. © Sabine Hildebrandt Bild vergrößern
Im Dialog: v. r. Prof. Achim Spiller (Uni Göttingen), Dr. Edmund Haferbeck (Peta), Prof. Jose Martinez, Philipp Schulze Esking und Marco Fatfat
von , am

Heimliche Videos von Tierschützern erregen die Gemüter. Die Uni Göttingen lud jetzt zu einer Diskussion mit Peta ein und bewirkte, dass die Fronten aufweichten.

230 Teilnehmer hörten gebannt zu, als Philipp Schulze Esking von dem Stalleinbruch auf seinem Grundstück erzählte. Der münsterländische Schweinemäster schilderte im Hörsaal der Uni Göttingen, wie er mit der Situation im vergangenen Herbst umgegangen ist. Tierschützer hatten heimlich in seinem Stall gefilmt und danach öffentlich Vorwürfe gegen ihn und andere Funktionsträger der Agrarbranche erhoben.

Wut, Empörung und Angst seien gleichzeitig in ihm hochgekommen: „Ich habe sofort den Sender angerufen, der das gezeigt hat, und ein Fernsehteam angefordert, damit sie sich selbst ein Bild machen.“ Außerdem bat er den Kreisveterinär dazu und forderte eine ausführliche QS-Kontrolle. Das Ergebnis war eindeutig: „An den Vorwürfen war nichts dran.“

Peta-Manager polarisiert

Schulze Esking sieht sich und andere Berufskollegen in mehrfacher Hinsicht geschädigt: „Da ist nicht nur die Angst, nachts dunklen Gestalten auf dem Hof zu begegnen. Die Bilder sind immer noch im Internet. Was rechtfertigt den lebenslangen Pranger?“

Seine Frage richtete sich an Dr. Edmund Haferbeck, der auf dem Podium saß. Der Manager bei der Tierrechtsorganisation Peta Deutschland ist für viele in der Agrarbranche so etwas wie der „Staatsfeind Nr. 1“, da er gerne mit markigen Sprüchen polarisiert. Diesem Bild entsprach der Agrarwissenschaftler auch bei seinem Auftritt in Göttingen, wo er einst promoviert hatte – übrigens im Fach Tierproduktion.

5.000 Hinweise auf Tierschutzvergehen bei Peta

Haferbeck zeigte zunächst ein mehrminütiges Video mit Undercover-Aufnahmen aus Ställen und Schlachtanlagen. Geprügelte Ziegen, geschundene Puten, zappelnde Schweine am Haken. „Das alles passiert vor den Augen der Betriebsleiter und der Kontrollbehörden“, lautete sein zentraler Vorwurf.

Jährlich würden bei Peta bis zu 5.000 Hinweise auf Tierschutzvergehen eintreffen. „Wenn wir Undercover-Einsätze machen, dann halten wir die Bilder nicht in der Hinterhand, sondern wollen so schnell wie möglich etwas für den Bestand erreichen“, sagte Haferbeck.

Er überraschte sein Publikum damit, dass sich inzwischen viele Firmen und Verbandsvertreter mit dem „Staatsfeind“ an einen Tisch setzen.

Mehr über die Diskussion mit Dr. Edmund Haferbeck von der Tierrechtsorganisation Peta lesen Sie in der LAND & Forst 21/17 auf Seite 10. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

Auch interessant: