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Tragödie

23 Galloway-Rinder verendet

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Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
21.03.2016

Hammah - Ein anonymer Anrufer alarmierte den Kreisveterinär in Stade: Auf einem Betrieb in Groß Sterneberg fanden die Tiermediziner 23 tote Galloway-Jungbullen. Die Obduktion läuft.

Nach einem Hinweis durch einen anonymen Anrufer fanden Tiermediziener auf einem Betrieb in Groß Sterneberg 23 tote Galloway-Jungbullen. Es bot sich ein schreckliches Bild: Auf einer völlig durchnässten, abgefressenen Wiese entdeckte sie zehn tote, etwa ein Jahr alte Jungbullen. Die stark abgemagerten Tiere waren regelrecht im Moor versunken.

Deshalb musste zur Bergung schweres Gerät eingesetzt werden. Kurz darauf wurden sechs weitere tote Rinder in einem Graben entdeckt. Sieben weitere Kadaver soll der Landwirt selbständig abgeholt und auf seinem Hof deponiert haben.

Verhalten des Tierhalters ist unentschuldbar

Insgesamt soll der Landwirt 100 Galloways halten und ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Gallowayzüchter (BDG). Seine Adresse hat der Zuchtverband inzwischen von seiner Homepage entfernt. BDG-Vorsitzender Wilhelm Braack teilte gegenüber der LAND & Forst mit: „In Deutschland gibt es etwa 4.000 Gallowayhalter, die mit täglichen Kontrollgängen ihre Tiere überprüfen. Uns ist unerklärlich, wie 23 Rinder verenden können, ohne dass der Tierhalter etwas davon bemerkt hat."

Dieses Verhalten sei unentschuldbar. Als Bundesverband habe sich der Verband mit sofortiger Wirkung von dem Mitglied getrennt. Im letzten Sommer habe man den Betrieb noch besucht und nichts von einer Vernachlässigung erkennen können. Leider sei man auch nicht um Hilfe gebeten worden.

Landwirtschaftliches Sorgentelefon nutzen

Stades Kreislandwirt und Landvolkvorsitzender Johann H. Knabbe ist bestürzt: „Das macht mich fassungslos und traurig.“ Er erinnerte an mögliche Hilfestellungen im landwirtschaftlichen Sozialbereich - von der Betriebshilfe über die Maschinenringe bis hin zu den Sorgentelefonen.  Falsche Scham und Kopflosigkeit dürfen nicht zu solchen Dingen führen.

Der Landkreis verfolgt außerdem Hinweise, dass die Rinderdatenbank nicht korrekt geführt wurde. Ob die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wird, ist noch nicht entschieden.

Mehr zum Thema lesen Sie in der LAND & Forst Ausgabe 12/2016 auf Seite 6. Möchten Sie die LAND & Forst zum Probelesen bestellen? Dann klicken Sie hier…

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