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Agraratlas: Landwirtschaftsdaten online visualisiert

von , am
10.04.2015

Braunschweig - Landnutzung und Tierhaltung in Deutschland datenschutzkonform bis auf Gemeindeebene dargestellt, das gibt es jetzt online unter www.agraratlas.de.

Änderungen der Landnutzung, wie die Ausweitung des Maisanbaus durch die Anreize aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz, können z. B. anhand der Daten nachvollzogen werden. © Mühlhausen/landpixel
www.agraratlas.de ist das Ergebnis eines vom Thünen-Institut initiierten Projektes. Ziel der Wissenschaftler: Basierend auf der Agrarstrukturerhebung, weiteren Agrarstatistiken und georeferenzierten Landnutzungsdaten von 1999 bis 2010 sollte ein Datensatz für ganz Deutschland gewonnen werden, der bis auf Gemeindeebene konsistent ist und alle Anforderungen des Datenschutzes erfüllt. Die Daten der Agrarstatistik unterliegen nämlich Datenschutzbestimmungen. Zusätzlich erschweren regionale Neuabgrenzungen (Kommunalreformen) und Änderungen der erhobenen Merkmale die Vergleichbarkeit der Daten über längere Zeiträume und damit einen in sich und über die Zeit schlüssigen Datensatz.

Trends und Folgen der Landwirtschaft abschätzen

Mehr als 50 % der Fläche Deutschlands werden landwirtschaftlich genutzt. Wie sich die Landwirtschaft verändert, beeinflusst deshalb die Umwelt stark. Die Agrarstatistik zur Landnutzung und zum Tierbestand ermöglicht es, Trends in der Landwirtschaft und ihre Folgen abzuschätzen. Die Zahl der gehaltenen Tiere pro Hektar landwirtschaftliche Fläche ist zum Beispiel ein Indikator für den Wirtschaftsdüngeranfall pro Flächeneinheit, und dieser steht oft in einem engen Verhältnis zur Umweltbelastung durch überschüssige Nährstoffe. Auch Landnutzungsänderungen – etwa der Verlust an Grünland oder die Ausweitung des Maisanbaus durch die Anreize aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) – können regional nachvollzogen werden und die Basis für Folgenabschätzungen bilden.

Kartensätze mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Auf der Internetseite www.agraratlas.de hat das Thünen-Institut diese Daten in verschiedenen Karten visualisiert, aufgeschlüsselt nach unterschiedlichen Anbaukulturen wie Winterweizen oder Zuckerrüben und Tierarten wie Milchkühen oder Mastschweinen. Ein Kartensatz zeigt, wie sich Landnutzung und Viehhaltung auf Kreisebene von 1999 bis 2010 verändert haben. Der zweite Kartensatz stellt dies auf Gemeindeebene dar. "Dieser hochaufgelöste Datensatz aus rund 9.000 räumlichen Einheiten beruht auf einer von uns erarbeiteten Schätzmethode", erklärt Dr. Alexander Gocht vom Thünen-Institut für Ländliche Räume in Braunschweig. "Er erlaubt uns außerdem, aussagekräftige Daten für andere räumliche Einheiten auszuweisen, zum Beispiel für Boden-Klima-Räume." Dies zeigt der dritte Kartensatz.
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