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Altes Land: Salz im Beregnungswasser drückt Niedersachsens Obsternte

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Redaktion LAND & Forst, LAND & Forst
am
04.09.2019

Die Obstbauern im Alten Land stufen die diesjährige Ernte als unterdurchschnittlich ein. Ein Grund ist Salz im Beregnungswasser.

Nach Spätfrösten und Hagelschäden rechnen Niedersachsens Obstbauern im Alten Land mit einer unterdurchschnittlichen Ernte. „Wir gehen von etwa 265.000 Tonnen aus“, sagt Matthias Görgens von der Obstbauversuchsanstalt Jork der Landwirtschaftskammer. Das seien etwa 13 Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Die Trockenheit sei zwar kein Problem, dafür aber die Sonne. Denn normalerweise würde bei heißen Temperaturen das Wasser der Beregnungsanlagen auf die Apfelbäume der Plantagen rieseln. „Das kühlt die Bäume“, erklärt Hein Lühs.

Doch seit die Elbe vertieft wird, strömt auch mehr Salzwasser den Fluss hinauf, das ins Beregnungswasser gelangt. „Durch die Elbvertiefung ist der Salzgehalt im Wasser so angestiegen, dass die Beregnung nicht mehr möglich ist“, sagt Wilhelm Matthies vom Obsthof Matthies, „durch den Salzgehalt würden die Verbrennungen noch zu nehmen.“

Kunden mit Verständnis für "unschönes" Obst

Viele der eigentlich knallroten Früchte der Frühsorten haben daher bereits unschöne Flecken. Doch die Direktvermarktung und Aktionen wie der Tag des offenen Obsthofes am 7. und 8. September bringen die Menschen näher an die Produktionsbedingungen heran. Das schafft Wertschätzung und „auf diese Weise haben die Kunden auch Verständnis für 'unschönes' Obst“, hofft Hein Lühs.

Mit Material von MD/Tourismusverein Altes Land e.V./dpa

Altländer Apfeltage ein Muss für Apfelfans

on_Herzapfelhof Lühs Altes Land

Apfelliebhaber sollten sich die Altländer Apfeltage von September bis November nicht entgehen lassen. Dann dreht sich im Alten Land alles um den Apfel. Am „Tag des offenen Hofes“ vom 7. bis 8. September laden die Obsthöfe auf ihre Betriebe ein.

Eröffnet wird die Aktion um 10 Uhr auf dem Herzapfelhof Lühs in Jork. Mit Leckereien vom Apfel, Spielen und Rundflügen bietet das Wochenende ein Programm für die ganze Familie. Zwischen reetgedeckten Häusern und weitläufigen Plantagen können Interessierte hinter die Kulissen der Apfelernte blicken und den Weg der Äpfel vom Feld bis zum Verkauf nachverfolgen.

Die Obstbauern informieren über die Vorlieben der Apfelbäume, bieten Baumpatenschaften an und laden zum Selberpflücken ein. Mit einer Radtour lassen sich an allen Apfeltagen die anderen Betriebe wie der Obsthof Bey, Matthies, Lefers, Neßhoff, Schröder und die Hofmosterei Holst gut erreichen.

Mit Material von dpa/MD/Tourismusverband Altes Land
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