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Aus den Regionen

Beraterhochschultag: Zwischen Märkten und Erwartungen

von , am
18.10.2013

Wie wirkt sich die künftige Agrarpolitik auf die Praxis aus? Muss ich als Landwirt nachhaltig arbeiten und dies auch belegen? Diese Fragen diskutierten Berater und Wissenschaftler in Göttingen.

Die moderne Landwirtschaft steht zunehmend im Blick einer interessierten Öffentlichkeit, sagte Gerhard Schwetje, Stellvertreter des Kammerpräsidenten, in seiner Begrüßung auf der 4. Beraterhochschultagung in Göttingen. Die Aufgaben der Landwirtschaft seien aber gar nicht so leicht unter einen Hut zu bekommen: die Ernährung der rasant wachsenden Weltbevölkerung, der gleichzeitige Schutz von Natur und Artenvielfalt sowie ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen. Ziel der von Kammer, Beratung und Wissenschaft ausgerichteten Tagung sei es, hierfür fachliche Informationen zu liefern.

Wissenschaft und Politik

Prof. Matthias Gauly, Dekan der Agrarfakultät der Universität Göttingen, schloss daran an: Die Wissenschaft liefere diese Informationen, müsse aber oft mit ansehen, dass es sehr lange dauere, bis sie in der landwirtschaftlichen Praxis und in der Politik ankämen.

Für Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer, der das Hauptreferat hielt, ist eine zukunftsorientierte Landwirtschaft ohne Forschung und Informationsaustausch nicht möglich. Die Gesellschaft, so Meyer, erwarte eine nachhaltige, umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft und dafür würde sie auch bezahlen. Nicht über den Produktpreis, aber über Steuern, aus denen die Direktzahlungen finanziert werden.
 
Der Minister erläuterte unter anderem den Vorschlag der niedersächsischen Landesregierung, jedem Betrieb für die ersten 46 Hektar (ha), die einem Durchschnittsbetrieb entsprechen, einen Zuschlag von 100 Euro zu zahlen. Damit würden 86 % der Betriebe im Land mehr erhalten, als bei einer Einheitsprämie, bei der jeder Hektar gleich bewertet wird. Dies wurde jedoch in der Diskussion stark angezweifelt, da gleichzeitig eine Umschichtung von der Ersten in die Zweite Säule erfolgen würde und es kaum Gewinner geben könne. "Eine Umverteilung von Groß nach Klein wird kommen", antwortete Meyer, "nur über die Höhe muss noch gestritten werden." Mehr Geld soll es künftig für die Förderung des Ökolandbaus geben. Insbesondere im Pflanzenbau habe Niedersachsen noch Nachholbedarf. Neu ausgerichtet werden soll das Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP).
 
 
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