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Niedersachsen

Besonders viele Waschbären erlegt

dpa/Ini
am
14.12.2015

Hannover - Landesweit wurden in Niedersachsen im abgelaufenen Jagdjahr 2014/2015 fast 9.900 Waschbären zur Strecke gebracht. Das sind gut 1.400 mehr als im Vorjahr.

Inzwischen haben sich Waschbären in Niedersachsen fast flächendeckend ausgebreitet. Das lässt sich aus der neuen Rekordzahl der erlegten Waschbären schließen. Landesweit wurden im abgelaufenen Jagdjahr 2014/2015 laut dem aktuellen Landesjagdbericht fast 9.900 Tiere zur Strecke gebracht. Das sind gut 1.400 mehr als im Vorjahr und fast 500 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2012/2013.

Ursprünglich aus Nordamerika

Vor zehn Jahren waren erst 2400 Waschbären in Niedersachsen geschossen worden. Inzwischen gibt es das Tier auch in weiten Bereichen im Westen und Norden des Landes, lediglich in den Kreisen Aurich, Friesland, Oldenburg und in der Wesermarsch wurden noch keine Waschbären erlegt. Ursprünglich sind die Tiere in Nordamerika beheimatet. Sie vermehrten sich in Deutschland, nachdem vor rund 80 Jahren am nordhessischen Edersee zwei Waschbär-Pärchen freigelassen wurden.

Im Süden weit verbreitet

Die Abschusszahlen lassen nach Angaben der Landesjägerschaft Rückschlüsse auf die Anzahl aller Tiere zu. Die Experten gehen davon aus, dass auf jedes erlegte Tier eine Vielzahl lebender Waschbären kommt. Am weitesten verbreitet sind die Tiere, die bis zu 65 Zentimeter groß und bis zu zwölf Kilogramm schwer werden, ganz im Süden Niedersachsens. Die mit Abstand meisten Bären wurden im Landkreis Göttingen (2.090) erlegt, gefolgt von Lüchow-Dannenberg (1.742) und Northeim (1.316).

Der Spitzenplatz des Landkreises Göttingen lässt sich mit der geografischen Nähe zum nordhessischen Edersee erklären. Dort wurden im Jahr 1934 zwei Paare der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere ausgewildert. Seither breiten sich die Waschbären von dort kommend immer weiter aus, 1952 wurden sie erstmals in Hardegsen im Landkreis Northeim nachgewiesen.

Waschbären sind Allesfresser

Bedrohlich ist der Waschbär für Niederwild und Singvögel, schreibt Wildtierforscher Egbert Strauß im Landesjagdbericht. Der Allesfresser plündere aber auch die Nester von Greifvögeln oder Schwarzstörchen und mache sich über Fische, Unken und Kröten her. Dabei hätten sich die Tiere eine neue Nahrungsquelle erschlossen, berichtet der Forscher: Die Bären wandern an Krötenzäunen entlang und leeren dort die Fangeimer.

Auch für Menschen werden Waschbären zunehmend zum Ärgernis, meint der Experte: Sie plündern Obstbäume plündern oder treiben in Hausdächern ihr Unwesen.

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