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Bundespreis Ökologischer Landbau 2016

Bio-Rinderzüchter aus Osterode ausgezeichnet

© ble
von , am
22.01.2016

Unter den Gewinnern des Bundespreises Ökologischer Landbau 2016 ist auch ein Niedersachse: Ausgezeichnet wurde Daniel Wehmeyer aus Osterode am Harz mit seiner Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh. Den Preis erhielten die Gewinner auf der Grünen Woche.

Den Bundespreis Ökologischer Landbau 2016 in der Rubrik „Gesamtbetriebliche Konzeption“ erhielt Daniel Wehmeyer in Osterode am Harz  mit seiner Bio-Rinderzucht Harzer Rotes Höhenvieh. Als Neueinsteiger ohne landwirtschaftlichen Hintergrund baute Wehmeyer in wenigen Jahren einen erfolgreichen Betrieb auf. Wichtigster Betriebszweig ist seine Rinderherde mit 240 Tieren der seltenen Rasse. Die Tiere werden von Ende April bis Dezember auf der Weide gehalten. Den Winter verbringen sie in einem Außenklimastall, der bereits im Jahr 2004 als besonders artgerecht ausgezeichnet wurde.

Wehmeyer vermarktet die Biofleisch- und Wurstwaren ausschließlich in der Region, die Nachfrage übersteigt inzwischen regelmäßig das Angebot. Ein großer Teil der insgesamt 276 Hektar Grünland sind wertvolle Grünlandbiotope mit zahlreichen bedrohten Pflanzenarten wie etwa seltenen Orchideen. Zudem ist er Pionier bei der Erzeugung standorttypischer Bergwiesen Grassamen, die er selbst erntet und die für Renaturierungsflächen in der Region genutzt werden.

Neben der Rinderhaltung hat sich Wehmeyer mit dem Aufbau einer eigenen Speiselinsenmarke ein weiteres Standbein geschaffen. Die Linsen baut er im Gemenge mit Hafer an und vermarktet sie über den Naturkosthandel, während das Getreide an eine benachbarte Vollkornbäckerei geht.

Milchviehbetrieb im Bremer Blockland besonder innovativ

Ebenfalls für das gesamtbetriebliche Konzept wurde die Familie Kaemena ausgezeichnet, die einen Milchviehbetrieb im Bremer Blockland betreibt. Die Betonung liegt dabei auf Familie, denn das Betriebskonzept ist generationsübergreifend entwickelt worden und wird bis heute von drei Generationen getragen. Als besonders innovativ hob die Jury die Veredelung der betriebseigenen Biomilch zu Speiseeis hervor. Die insgesamt 38 Sorten des Blocklandeises werden ausschließlich mit saisonalen Zutaten produziert und wechseln im Jahresverlauf. Pro Jahr werden etwa 30.000 Kilogramm Bio-Eis erzeugt. Etwa 70 Prozent davon verkauft die Familie im eigenen Hofcafé, der Rest wird über Wiederkäufer in der Region und einen Naturkostgroßhändler vermarktet.

Durch die zahlreichen Gäste im Hofcafé, aber auch durch diverse Hoffeste und Führungen für Schulklassen und Kindergärten, gelingt es dem Betrieb Kaemena nach Ansicht der Jury, Kindern und Verbrauchern aus dem nahegelegenen Bremen Einblicke in die moderne ökologische Landwirtschaft zu geben. Damit wird nach Ansicht der Jury auf ideale Weise eine Verbindung zwischen Stadt und Land hergestellt.

Dritter im Bunde ist die Ökolandbau AG

Zwischen ökologischer Landwirtschaft und Aktionären gibt es in der Regel nur selten Berührungspunkte. Nicht so bei der Hofgut Oberfeld Landwirtschaft AG in Darmstadt. Mit dieser für den Ökolandbau sehr ungewöhnlichen Organisationsform arbeiten die Verantwortlichen Thomas und Kathrin Goebel sowie Will Schaumann seit mittlerweile zehn Jahren sehr erfolgreich. Mit dem Geld der Aktionäre konnte der Betrieb in allen Bereichen neu aufgebaut werden, einschließlich völlig neuer Anbau- und Vermarktungskonzepte. Es entstand nach und nach ein hoch diversifizierter, ökologisch wirtschaftender Gemischtbetrieb mit vielen verschiedenen Nutztierarten. So wurde z.B. die Milcherzeugung mit 95 Rindern der Rote-Liste Art Schwarz-Buntes-Niederungsrind komplett neu aufgebaut.

Außerdem gehören heute etwa 1.250 Legehennen, 250 Mastgänse und 100 Masthähnchen zum Hofgut. Die Milch wird in der eigens gebauten Hofkäserei veredelt, das Getreide in der neuen Holzofenbäckerei. Hinzu kommt, dass ein Teil der Ackerfläche in Gemüseparzellen umgewandelt wurde, die Kunden zur Selbsternte mieten können.

Drei aus 49

Der Bundespreis wurde heute, am 21.01.2016, an drei Gewinnerbetriebe auf der IGW 2016 vom Staatssekretär Peter Bleser aan drei besonders erfolgreiche Biobetriebe vergeben. Insgesamt hatten sich 49 Betriebe für den Bundeswettbewerb Ökologischer Landbau 2016 beworben. Seit dem Jahr 2001 werden Betriebe mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet, die mit wegweisenden Konzepten besonders erfolgreich ökologisch wirtschaften. Die drei Gewinner erhalten jeweils ein Preisgeld in Höhe von 7.500 Euro.

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