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Grundsatzurteil

Bioland-Wurst: Nitrathaltige Gemüseextrakte unzulässig

dpa/Ini
am
11.12.2015

Leipzig - Das Bundesverwaltungsgericht hat ein Grundsatzurteil zur Bio-Wurst gesprochen: Nitrathaltige Gemüseextrakte, wie sie der Bio-Metzger aus dem Landkreis Hildesheim bei der Herstellung seiner Fleischwaren verwendete, seien unzulässig.

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat gestern entschieden: Nitrathaltige Gemüseextrakte dürfen nicht bei der Herstellung von Fleischwaren verwendet werden. Es handele sich um Lebensmittelzusatzstoffe, die nach europäischem Recht zulassungspflichtig sind (Az.: BVerwG 3 C 7.14).Der Metzger wollte gemäß den Vorgaben des Ökoverbandes Bioland auf Nitritpökelsalz verzichten. Er setzte bei der Herstellung von Fleischwurst und Kochschinken stattdessen Rote-Bete-Dicksaft und Bakterien zu. Der Effekt ist der gleiche wie bei Pökelsalz: Durch Nitrit entsteht ein Pökelaroma, und die Wurst wird rosarot. Ansonsten wäre sie eher unansehnlich grau.

Nitrit ist Nitrit

Der Landkreis Hildesheim und das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz (LAVES) beanstandeten dieses Bio-Verfahren. Der Rote-Bete-Dicksaft und ein ebenso verwendetes Zucchini-Pulver seien nicht zugelassene Lebensmittelzusatzstoffe. Das LAVES hält die Bio-Methode auch nicht für eine wirkliche Alternative zum Nitritpökelsalz. «Nitrit ist Nitrit», sagte ein LAVES-Mitarbeiter im Prozess.

Nicht überlicherweise LebensmittelDem Argument des Bioland-Fleischers, seine Gemüsezutaten seien ganz normale, nicht genehmigungspflichtige Lebensmittel, folgten die Bundesrichter nicht. Schon das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hatte in der Vorinstanz festgestellt, dass die Stoffe nicht «üblicherweise» als Lebensmittel verzehrt werden. Dagegen spreche schon der hohe Nitratgehalt der Stoffe. Dass man die Konzentrate rückverdünnen und sie dann als Gemüsesaft trinken könne, mache sie auch nicht zu einem Lebensmittel.

Bioland: Gemüsezusätze sind Lebensmittel

Bioland schreibt seinen rund 120 zertifizierten Fleischern den Verzicht von Nitritpökelsalz bei der Fleischverarbeitung vor - unter anderem wegen der krebserregenden Wirkung von Nitrosaminen. Nach Angaben von Bioland-Sprecher Gerald Wehde ist der Verband inzwischen weiter als der seit Jahren schwelende Rechtsstreit. Die Gemüsezusätze seien weiterentwickelt worden - und jetzt eindeutig als Lebensmittel einzustufen.

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