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Rindervirus

Blauzungenkrankheit gefährdet deutsche Rinderbestände

AgE
am
15.12.2015

Riems - Die Blauzungenkrankheit könnte im kommenden Jahr auch in Deutschland wieder zum Ausbruch kommen. Laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) breitet sich das in Südosteuropa kursierende Virus vom Serotyp 4 (BTV 4) weiter in Richtung Norden aus.

Das FLI stuft das Risiko einer Einschleppung der Blauzungenkrankheit mit Beginn der Gnitzen-Saison im nächsten Frühjahr in einer aktuellen Bewertung als „wahrscheinlich“ bis „hoch“ ein. Demgegenüber sei das Eintragsrisiko über den Handel von Tieren aus betroffenen Gebieten gering. Laut FLI breitet sich das in Südosteuropa kursierende Virus vom Serotyp 4 (BTV 4) weiter in Richtung Norden aus, wenngleich mit verminderter Geschwindigkeit gegenüber dem Vorjahr.

Bis 80 km an deutsche Grenze heran

Seit September 2014 berichte Ungarn über BT-Ausbrüche mit dem gleichen Virusstamm, der auch in Griechenland und Rumänien festgestellt worden sei, so das FLI. Erstmals seit sieben Jahren sei der Serotyp 4 im November 2015 in Österreich festgestellt worden. Auch aus Slowenien sei ein Blauzungenausbruch in unmittelbarer Grenznähe zu Österreich gemeldet worden. Die 150 km-Restriktionszonen reichten derzeit 80 km an die deutsche Grenze heran, nachdem der Abstand vor einem Jahr noch 400 km betragen habe. Im September sei der Serotyp 8 (BTV-8) erstmals seit 2010 in Zentralfrankreich aufgetreten, berichtete das Loeffler-Institut weiter. Dort seien bislang 90 Ausbrüche gemeldet worden, die eingerichteten Restriktionszonen seien inzwischen noch rund 100 km von Deutschland entfernt.

Ausbrüche könnten dem Institut zufolge hierzulande erhebliche wirtschaftliche Konsequenzen haben, weil sowohl der BTV-4 als auch der BTV-8 auf eine ungeschützte Population träfen. Bei den Handlungsoptionen verweist das FLI neben den gesetzlich vorgegebenen Maßnahmen auf die Möglichkeit der Impfung. Ein Impfprogramm könne jedoch zu erheblichen Kosten führen und die Ausbreitung der Blauzungenkrankheit nur dann verhindern, wenn eine hohe Impfabdeckung erreicht werde.

Impfung gegen Blauzunge freiwillig

Unterdessen teilte die Bundesregierung mit, sie nehme die jüngsten Ausbrüche der Blauzungenkrankheit ernst. In ihrer Antwort auf eine Schriftliche Frage von Grünen-Agrarsprecher Friedrich  Ostendorff bekräftigte die Parlamentarische Staatssekretärin Dr. Maria  Flachsbarth  zugleich die bisherige Impfstrategie. Danach könne ein Tierhalter seine Tiere gegen die Blauzungenkrankheit auf freiwilliger Basis impfen lassen kann, da zugelassene Impfstoffe zur Verfügung stünden. Die derzeit geltenden EU-Regeln beim Verbringen von für die Krankheit empfänglichen Tieren und zum Schutz gegen die Verbreitung der Blauzungenkrankheit sehe man als ausreichend an, so Flachsbarth.

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