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CeresAward

CeresAward 2017: Drei Niedersachsen unter den Preisträgern!

CeresAward Gewinner
© Markus Nass
von , am
12.10.2017

Drei Niedersachsen sind in diesem Jahr mit dem CERES AWARD ausgezeichnet worden: Markus Dammann aus Vechta, Moritz Bartmer aus Buxtehude und Daniel Wehmeyer aus Osterode/Harz.

Mit dem CERES AWARD werden außergewöhnliche Leistungen der Landwirte in Deutschland in elf unterschiedlichen Kategorien prämiert. Herzlichen Glückwunsch!

 

Ackerbauer mit Patent: Moritz Bartmer siegt in der Kategorie „Geschäftsidee“

Ceresaward-2017-Moritz-Bartmer
© Philipp Ledenyi

Warum vermälze ich meine Braugerste eigentlich nicht selbst, sondern überlasse den Großmälzereien die Wertschöpfung, fragte sich der umtriebige Landwirt vor ein paar Jahren. Geboren war die Geschäftsidee: die Entwicklung einer hofeigenen Kleinmälzerei. Nach jahrelangem Tüfteln ist die Anlage praxisreif und das Verfahren europaweit patentiert. In einem Bottich – einem Betonmischer nicht unähnlich – können in mehreren Arbeitsgängen täglich bis zu 3 Tonnen Gerste zu Malz veredelt werden.

Die Kleinmalzanlage vereinfacht die komplexe Malzherstellung erheblich, da alle vier Verfahrensschritte – Reinigen, Weichen, Keimen und Darren – im gleichen Apparat abgearbeitet werden. Die Malzproduktion auf dem eigenen Hof minimiert nicht nur die Transportkosten, sondern kann aufgrund des hohen Automatisierungsgrades auch gut in die Abläufe in der Landwirtschaft integriert werden.

Und Moritz Bartmer hat eine Vision: Er will seine Kleinmälzanlage per Franchise an andere Landwirte in Ballungszentren vermarkten, die ihre Braugerste dann ebenfalls lokal vermarkten können.

Daniel Wehmeyer, Biolandwirt des Jahres

Daniel Wehmeyer
© Philipp Ledényi

Der Biolandwirt des Jahres kommt aus dem Harz! Mit sehr vielfältigen Ackerbau und mit seinem Roten Höhenvieh überzeugte Daniel Wehmeyer aus Osterode die Jury. Der Bioland-Landwirt aus Düna bei Osterode züchtet mit dem Roten Höhenvieh eine alte Nutztierrasse, die früher typisch für diese Region war. Wehmeyer hat ein Händchen für Kühe: Seine drei Bullen und die 100 Mutterkühe samt Nachzucht sind dank Low-Stress-Stockmanship sogar handzahm. Die Rinder sind so vertraut mit ihrem Chef, dass sie auf Zuruf die Weide heruntergelaufen kommen.

Wichtig ist Daniel Wehmeyer der starke regionale Bezug in allen seinen Produkten: Das Rindfleisch von seinem Roten Höhenvieh findet seinen Weg in mehrerer Restaurants in der Umgebung, die Ackerfrüchte, wie beispielsweise Linsen, werden meist in der unmittelbaren Umgebung verarbeitet. Zudem vermehrt der Junglandwirt sein Saatgut selbst. Das ist nicht nur wichtig für den Erhalt der Sortenvielfalt, sondern hilft auch ihm selbst. So hat er immer die neuesten Sorten auf seinen Feldern. Neben Getreide erzeugt er Bergwiesengrassamen.

Insgesamt 415 ha bewirtschaftet der 35-Jährige, der seinen Betrieb in wenigen Jahren von 0 auf 100 gebracht hat. Gestartet hatte er als Junge gemeinsam mit seinem Vater mit gerade einmal 8 ha im Nebenerwerb.

Der dritte im Bunde: Kälbermäster Markus Dammann aus Vechta

Kaelbermaester-Dammann
© Philipp Ledenyi

Alle 4 Wochen stallt Markus Dammann, Kälbermäster aus Vechta, zwischen 360 bis 380 Kälber ein, jährlich vermarktet er rund 5.000 Tiere.  Das Futter wird zum Teil auf den eigenen Flächen angebaut und die Energie durch Fotovoltaik und ein Blockheizkraftwerk gewonnen.

Darüber hinaus engagiert sich Markus Dammann für tiergerechte und verantwortungsbewusste Haltung als Erster Vorsitzender der 1998 gegründeten Kontrollgemeinschaft Deutsches Kalbfleisch.  „Dieses Ehrenamt ist mir wichtig, genauso wie das als Ortsvorsitzender des Kreislandvolkverband Vechta“, stellt er klar. „In diesen Positionen kann ich mich für den Berufsstand und meine Berufskollegen einsetzen. Außerdem macht die ehrenamtliche Arbeit wirklich Spaß.“

Mindestens genauso viel Spaß macht es ihm, Kindern seinen Betrieb zu zeigen. Dazu nutzt er die Kartoffelernte. „Wir bauen auf drei Hektar Fläche Speisekartoffeln für die Direktvermarktung an“, berichtet Markus Dammann. So nutzt er die Kartoffeln gleich zweimal für die Öffentlichkeitsarbeit: Zum einen durch die Direktvermarktung und zum anderen in dem er Schul- und Kindergartenkinder unterrichtet.

Gestern kürte der Deutsche Landwirtschaftsverlag die besten Landwirte Deutschland mit dem CeresAward. Alles über die Gewinner der elf Kategorien lesen Sie unter: Landwirt des Jahres: Das sind die Gewinner des CeresAward 2017

Mit Material von agrarheute.com
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