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Deutscher Bauerntag

Demo: Rote Karte und letzte Kuh

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Redaktion LAND&Forst, LAND & Forst
am
30.06.2016

Ein starkes Zeichen für Geschlossenheit: Mit Trillerpfeifen und Tröten zogen heute Vormittag Demonstranten durch Hannovers Innenstadt. Mehr als 3.000 Landwirte aus ganz Deutschland beteiligten sich an der Kundgebung, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen.

Das Ziel des 3,8 Kilometer langen Marsches war das Hannover Congress Centrum (HCC), wo zeitgleich der Deutsche Bauerntag stattfand. Die Botschaften der Demonstranten: "Der zerbrochene Milchkrug" - eine Tragödie in fünf Akten. Statt Kleist wurden an der Oper "Aldi, Lidl, Edeka, Rewe und Penny" präsentiert. Und am Zoo übergab Landwirt Frank Thielking seine "letzte Kuh" symbolisch an den Wärter. Kuh Arabella spielte auch bei der Abschlusskundgebung vor dem HCC eine Hauptrolle. Geduldig ließ sie die Reden von DBV-Präsident Joachim Rukwied und Bundesminister Christian Schmidt über sich ergehen. Politiker und Verbandsvertreter zeigten sich kämpferisch.

Immer wieder reckten die Demonstranten ihre "roten Karten" in die Höhe. "Hofreiter, Hendricks und Müller müssen weg", lauteten die Forderungen einiger Bauern. "Viele, die uns vorschreiben wollen, wie wir arbeiten sollen, wissen gar nicht, wie Landwirtschaft geht", stellte Rukwied fest.

Darauf reagierte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) prompt. Er lud die Junglandwirte auf dem Podium ein, ihn in einem "Praktikerbeirat" zu beraten. Zuvor hatte er während des Bauerntages im HCC höhere Nothilfen wegen der Milchkrise in Aussicht gestellt. Mit Blick auf bereits angekündigte Erleichterungen von "100 Millionen Euro plus X" sagte der CSU-Politiker: "Ich gehe davon aus, dass das X in dreistelliger Millionenhöhe ist." Das hänge aber auch von EU-Geldern ab.
 

Bauerndemo in Hannover

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