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Obstanbau

Jeder dritte Apfelbaum in Niedersachsen trägt Elstar

Obsternte-Apfel-Elstar
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Renate Bergmann, LAND & Forst
am
05.09.2017

Profis bauen vor allem Elstar an. Er wächst auf jeden dritten Baum. Dabei gibt es rund 2000 verschiedene Apfelsorten. Experten raten Hobbygärtnern, nach regionalen Raritäten Ausschau zu halten.

Vier Apfelsorten dominieren den professionellen Obstanbau in Niedersachsen. Ganz vorn rangiert dabei der Elstar. Nach einer vom Landesamt für Statistik (LSN) im aktuellen Monatsheft veröffentlichten Erhebung wächst die Sorte auf jedem dritten Plantagenbaum.

Apfel-Elstar

«Profis bauen an, was im Handel gefragt ist», sagt Michael Ruhnau vom Pomologen-Verein Niedersachsen. Dessen Mitglieder bemühen sich darum, die Vielfalt der Apfelsorten zu erhalten. «Für den Handel ist es wichtig, dass sich die Früchte gut lagen lassen und dass sie lange Zeit im Laden gut aussehen», sagt Ruhnau. «Der Apfel muss natürlich auch geschmacklich den Wünschen der Verbraucher entgegen kommen. Und Elstar ist durchaus eine wohlschmeckende Sorte», sagt der Experte.

Elstar stellt sie alle in den Schatten

Wohl auch deshalb sei der Anteil des 1955 in den Niederlanden gezüchteten Sorte beim professionellen Anbau immer weiter gestiegen, sagt Ruhnau. Lag er im Jahr 2010 noch bei gut 28 Prozent, sind es mittlerweile 33,1 Prozent.

Der Elstar stellt damit die nächst wichtigen Apfelsorten, nämlich Jonaprince/Red Prince (13,8), Braeburn (11,4) und Jonagored (10,4 Prozent der Anbaufläche) deutlich in den Schatten. Von den Apfelbauern würden zwar noch weitere 50 Sorten angebaut, berichtet das LSN. Sie spielten aber von der Menge her kaum eine Rolle.

Trotz der führenden Position des Elstar rate er Hobby-Gärtnern davon ab, die Sorte im eigenen Garten anzubauen, sagt Experte Ruhnau. «Elstar schmeckt zwar gut, ist aber viel zu anfällig.» Hobby-Gärtner sollten sich lieber robuste und an die jeweilige Region angepasste Sorten aussuchen, rät Ruhnau.
Und er nennt ein weiteres Argument: «Während die modernen Äpfel alle ziemlich ähnlich schmecken, gibt es unter den rund 2.000 alten Sorten eine große Geschmacksvielfalt.»

Ungünstige Witterung zur Blütezeit

Unabhängig von der Sorte dürften viele Apfel-Bauern in diesem Jahr allerdings nur wenig Freude an ihren Früchten haben. Nach einer vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Schätzung wird die Erntemenge im professionellen Anbau in Niedersachsen nur bei etwa 200.000 Tonnen liegen. Das wären 120 000 Tonnen weniger als im Vorjahr.

Das Minus ist nur zu einem kleinen Teil darauf zurückzuführen, dass die Anbaufläche um 132 auf 8.089 Hektar verringert wurde. Hauptgrund ist vielmehr die ungünstige Witterung mit Frost zur Blütezeit und Hagel im Sommer. Niedersachsen ist nach Baden-Württemberg das wichtigste Bundesland beim Apfelanbau in Deutschland.

Mit Material von dpa/ini
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