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Aus den Regionen

Dürre zehrt an den Erträgen

von , am
17.06.2015

Die Landwirtschaft in Niedersachsen leidet seit über zehn Wochen an einer zunehmenden Trockenheit, die sich inzwischen an einigen Standorten zu einer Dürre ausgewachsen hat.

Auf leichten Sandböden mussten in Niedersachsen schon ab Mai Getreide, Raps und Frühkartoffeln beregnet werden. © Angela Riedel
Im Juni ist bisher so gut wie gar kein Regen gefallen und auch im Frühjahr gab es zu wenig von dem notwendigen Nass. Das "Soll" im April und Mai liegt bei 90 bis 110 mm, verbreitet sind aber nur 60 bis 80 mm gefallen. Die Verdunstung der Pflanzen lag jedoch fast bei der doppelten Menge, wodurch die Wasserbilanz aus Niederschlag abzüglich Verdunstung deutlich negativ ausfiel. Eine Ausnahme bildet nur der Nordwesten des Landes, wo ausreichende Niederschläge und kühlere Temperaturen zu einer ausgeglichenen bis nur leicht negativen klimatischen Wasserbilanz (KWB) führten, z.B. Emden 0 mm und Friesoythe -44 mm. Am trockensten war es im Nordosten, z.B. in Lüchow mit -127 mm KWB.

Situation drastisch verschärft

Die im Winterhalbjahr gespeicherten Wasserreserven der meisten Böden waren bis Anfang April gut gefüllt.  In den letzten fünf Wochen gab es jedoch in vielen Regionen wie  Hannover, Uelzen oder Lüchow mit etwa 10 bis 15 mm keinen nennenswerten Niederschlag mehr, sodass sich die Situation drastisch verschärft hat. Der Boden trocknete in weiten Teilen Niedersachsens immer stärker und tiefgründiger aus, sodass auf den leichten Sandböden, die von Natur aus nur wenig Wasser speichern können, teilweise schon ab Anfang Mai Getreide, Raps und Frühkartoffeln beregnet werden mussten. Bis jetzt sind hier bereits zwei bis vier Beregnungsgaben je Kultur erfolgt.

Getreide beginnt vorzeitig zu reifen

Die Pumpen und Beregnungsmaschinen laufen im Dauereinsatz, auch weil fast alle Kulturen Zusatzwasser brauchen. Ohne Bewässerung wären diese Böden heute mit weniger als 20 % der für Pflanzen nutzbaren Wassermenge staubtrocken, was erhebliche Ertragseinbußen zur Folge hätte. Selbst auf den besseren Böden wird das Wasser jetzt knapp. Trockenschäden und eine vorzeitige Abreife des Getreides, was eine unzureichende Kornausbildung zur Folge hat, sind teilweise bereits sichtbar. Nur auf den sehr tiefgründigen Löss-Standorten können sich Tiefwurzler wie Wintergetreide und Raps noch das Bodenwasser aus den unteren Schichten erschließen. Aber auch dieser Vorrat ist begrenzt. Nur ergiebige Niederschläge in dieser Woche könnten die Lage wieder entspannen. Danach sieht es aber nicht aus, berichtet der Deutsche Wetterdienst.
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