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Gänsefleisch

Echte Festtagsgänse kommen aus der Region

Gänse
LPD/red
am
05.12.2016

Der „Eventcharakter“ eines Gänseeinkaufs beim Erzeuger ist nicht zu unterschätzen. Trotz des Preisunterschiedes zu Frostware aus dem Ausland finden heimische Produkte zügig Abnehmer. Denn bei Gänsefleisch aus Deutschland ist der Tierschutz inklusive.

Gänse sind nicht scheu und beim Familienbesuch auf dem Bauernhof können Eltern und Kinder das ganze Jahr über beobachten, wie die Tiere wachsen. Die Stallpflicht wegen der grassierenden Vogelgrippe macht den Besuchern und den Tierhaltern derzeit allerdings einen Strich durch die Rechnung. Bis auf weiteres dürfen die Tiere wegen der Ansteckungsgefahr bei Wildvögeln nicht raus aus dem Stall.

Gänse aus Niedersachsen weit vorn

Rund 700 Betriebe in Niedersachsen mästen Gänse, teilweise allerdings nur für den Eigenbedarf. Deutschlandweit sind es 4.600 Betriebe. Rund 300.000 der in Deutschland gehaltenen 550.000 Gänse werden in Niedersachsen gehalten.

Tiere, die unter dem Begriff „Gänse aus bäuerlicher Freilandhaltung“ angeboten werden, hatten pro Tier 15 Quadratmeter Auslauf. Im Mai werden die Gänseküken, die Gössel, eingestallt und 16 bis 24 Wochen gemästet.

Bei Gänsefleisch aus Deutschland ist der Tierschutz inklusive

Wenig überraschend ist die Tatsache, dass 91 Prozent des Gänsefleisches im vierten Quartal verkauft werden, 86 Prozent sogar im November und Dezember.
Die niedersächsischen Direktvermarkter haben in diesen Tagen also alle Hände voll zu tun, um die Kunden mit Festtagsbraten zu versorgen. Mit den Preisen für Gänse oder Gänseteile aus Ungarn oder Polen kann die heimische Ware zwar nicht mithalten. Der Vorsitzende des Bundesverbands Bäuerliche Gänsehaltung, Lorenz Eskildsen, empfiehlt den Kunden dennoch, zu Gänsen aus Deutschland zu greifen. So könne vermieden werden, unbeabsichtigt Gänseteile von Tieren zu kaufen, die aus der Stopfleberproduktion stammen oder lebend zur Daunengewinnung gerupft wurden. Das ist hierzulande nämlich verboten. Eskildsen erschüttert es in jedem Jahr aufs Neue, dass etwa die Hälfte der importierten Gänseteile aus ungarischer Stopfleberproduktion stammen, dies aber im Handel nicht deklariert werden muss.

Auf der Homepage www.service-vom-hof.de sind Direktvermarkter aufgelistet, aber auch auf den Bauernmärkten werden niedersächsische Gänse und Gänseteile angeboten.

Sehr geringer Selbsversorgungsgrad

2015 wurden nach Angaben des Agrarmarkt -Informationsdienstes (AMI) Deutschland 4.900 Tonnen Gänsefleisch erzeugt , verzehrt wurden 24.000 Tonnen.

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