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Ems: Tidepolder gegen Schlickproblem

von , am
20.05.2015

Norden - Spezielle Tidepolder könnten ein Teil der Lösung für das Schlickproblem der Ems sein. Bis 2018 sollen erste Erfahrungen eines Probepolders in der Nähe von Papenburg vorliegen.

Mit Hilfe des Emssperrwerkes wird das Wasser des Flusses aufgestaut, um Kreuzfahrtschiffe von der Meyer-Werft in die Nordsee zu überführen. © Steffen Geiger/fotolia
Mit Tidepoldern gegen den Emsschlick: Das könnte eine Maßnahme im sogenannten Masterplan Ems werden. Dieser Plan soll Naturschutz- und Wirtschaftsinteressen an der Ems unter einen Hut bringen. Den möglichen Einsatz von Tidepoldern erläuterte jetzt Siegfried Popp, Direktor des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), bei der Vorstellung des Jahresberichtes.

Verschlickung besonders im Sommer

Bis 2018 sollen erste Erfahrungen eines Probepolders in der Nähe von Papenburg vorliegen. Ein ökologisches Hauptproblem der Ems ist die Ablagerung großer Mengen von Schlick, die ein ständiges Ausbaggern des Flusses notwendig machen. Das ist auch notwendig, damit die Meyer Werft ihre großen Kreuzfahrtschiffe in die Nordsee überführen kann. Der Schlick sammele sich vor allem im Sommer an, wenn wegen der Gezeiten mehr Wasser von der See in den Fluss hineinkomme als wieder heraus fließe, sagte Popp. Die Tidepolder sollen eine Art Wasserspeicher sein, so dass mehr Wasser aus dem Fluss herausfließt als hereinkommt und der Schlick somit weiter in Richtung See mitgeschwemmt wird.

Praxistest soll Klarheit bringen

"Bis 2018 sollen 22 Millionen Euro in das Projekt fließen", sagte die Staatssekretärin aus dem niedersächsischen Umweltministerium, Almut Kottwitz. Eine Studie der Uni Kiel habe in der Theorie erwiesen, dass die Tidepolder funktionieren müssten. Allerdings müsse zunächst ein Praxistest zeigen, ob die Polder wirklich Wirkung zeigen. Der Masterplan Ems sehe neben den Tidepoldern auch eine Tidesteuerung durch das Emssperrwerk und eine Solschwelle vor, sagte Kottwitz.
 
Bis 2050 werden 700 Hektar Flächen für den Masterplan Ems benötigt. Weil die meisten dieser Areale im Landkreis Leer liegen, gab es im Vorfeld des Masterplans Widerstand von den Landwirten vor Ort. Sie befürchten eine Verteuerung und Verknappung von landwirtschaftlichen Flächen für Ausgleichsmaßnahmen.
 
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