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Kartoffeln

Emsland: Dauersporen von Kartoffelkrebs gefunden

Kartoffelkrebs
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Werner Raupert, LAND & Forst
am
22.05.2018

Die Kartoffelbranche ist seit wenigen Tagen stark beunruhigt. Ursache sind neue nachgewiesene Funde von Dauersporen des Kartoffelkrebses in der Anhangerde von Pflanzkartoffelpartien im Landkreis Emsland.

Ein direkter Befall mit Kartoffelkrebs wurde nach Angaben der Landwirtschaftskammer Niedersachsen nicht festgestellt, das heißt, die Kartoffelknollen zeigten nicht die beschriebenen Wucherungen. Deshalb sind zurzeit auch keine neuen Flächen im Emsland betroffen.

Bundesweites Monitoring geplant

Kartoffelkrebs ist im Emsland seit mindestens 1999 offiziell bekannt. Damals wurde die erste Fläche wegen Befalls an Knollen/Kartoffelpflanzen für den Kartoffelanbau gesperrt, berichtet die LWK Niedersachsen. Eine Fläche wurde zuletzt im Emsland 2015 gesperrt. Unabhängig vom aktuellen Fund sind zukünftig aufgrund der aktuellen Gefährdungslage allgemeine, bundesweite Monitorings zur Verbreitung von Kartoffelkrebs als Umsetzung von EU-Regelungen zu erwarten.

Warum ist das Thema so wichtig?

Der Erreger des Kartoffelkrebses gehört zu den gefährlichsten Krankheiten der Kartoffel und ist in der EU und in Deutschland strengen Regelungen unterworfen. Dies bedeutet im Einzelnen, dass seine Einschleppung in die EU-Mitgliedstaaten und seine Ausbreitung in den EU-Mitgliedstaaten verboten ist. Das bedeutet wiederum, dass Maßnahmen zur Bekämpfung und zur Verhinderung der weiteren Ausbreitung gesetzlich vorgeschrieben sind.

Kartoffelkrebs

Eine Besonderheit des zu den Pilzen gehörenden Kartoffelkrebserregers ist, dass er Dauersporen bildet, die 20 bis 40 Jahre im Boden überdauern können. Aus diesem Grund muss eine Fläche, auf der befallene Kartoffelpflanzen/-knollen festgestellt werden, dauerhaft für den Kartoffelanbau gesperrt werden, stellt das Pflanzenschutzamt Hannover klar. Damit soll eine Verbreitung des Erregers auf andere Flächen verhindert werden. Im Emsland gibt es derzeit 16 offiziell bekannte Befallsflächen, die zwischen 1999 und 2015 erfasst wurden.

Strenge Hygienemaßnahmen einhalten

Die Bedeutung des Erregers für den niedersächsischen Kartoffel- und Pflanzkartoffelanbau erfordert es, dass auch zukünftig solche Untersuchungen durchgeführt werden, um den Kartoffelanbau auch auf lange Sicht zu erhalten. Ein wichtiger Verbreitungsweg ist neben der befallenen Pflanzknolle die an Pflanzen und damit auch an Pflanzkartoffeln anhaftende Erde (Anhangerde). Für die betroffenen Pflanzkartoffelpartien mussten jedoch aufgrund der Langlebigkeit der Dauersporen Maßnahmen angeordnet werden, um eine Verbreitung des Erregers über die daran anhaftende Anhangerde zu verhindern.

Nach Angaben des Pflanzenschutzamtes wurde den betroffenen Betrieben außer der Vernichtung der Knollen frei gestellt, die Partien durch Waschen von der Anhangerde und den anhaftenden Sporen zu befreien. In jedem Fall sei es für alle Kartoffel verarbeitenden Betriebe wichtig, strenge Hygienemaßnahmen z.B. beim überbetrieblichen Maschineneinsatz, einzuhalten.

 

Lesen Sie dazu auch: Kartoffelkrebs: Quarantäneschädling im Emsland festgestellt

 

Mit Material von LWK Niedersachsen
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