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Erntedank

Erntekrone begrüßt die Besucher der Bischofskanzlei

Die Delegation von Landjugend, Landfrauen und Landvolk freut sich mit Landesbischof Ralf Meister (Bildmitte) über die Erntekrone.
Silke Breustedt-Muschalla
am
01.10.2018

Es ist ihr Erstlingswerk, das jetzt im Eingangsbereich der Bischofskanzlei in Hannover die Gäste begrüßt: Die Erntekrone der Landjugendgruppe aus Radegast.

Jasmin Müller, Sarah Bockelmann, Alena Kastens und Merle Rick von der Landjugendgruppe aus Radegast haben sich einige Tipps von den Landfrauen geholt. Aus Hafer, Weizen, Gerste und Triticale fertigten sie das Symbol zum Erntedank und überreichten die stattliche Krone gemeinsam mit Vanessa Armbrecht und Till Reichenbach von der Niedersächsische Landjugend, Heike Schnepel vom Niedersächsischen Landfrauenverband Hannover und Ulrich Löhr, Vize-Präsident des Landvolks Niedersachsen, an Landesbischof Ralf Meister.

Delegation von Landjugend, Landfrauen und Landvolk übergaben Landesbischof Ralf Meister die Erntekrone

Dieses  Erntejahr war für die Landwirte in Folge der Trockenheit nicht einfach, stellten die jungen Frauen heraus. Selbst die Suche nach schönen Getreidehalmen für die Krone gestaltete sich schwierig. Mit Sichel, Schere oder Sense haben sie traditionell von Hand das Getreide geschnitten und Sträuße gefertigt. Die wurden zum Trocknen aufgehängt, damit die Ähren nicht knicken, und schließlich zur Krone gebunden – verziert mit blauen und gelben Schleifen. „Die Farben erinnern an Wasser oder Himmel sowie die Sonne. Vom Wasser hatten wir zu wenig, von der Sonne zu viel, erklärte Alena Kastens.

Von Tradition bis Wertschätzung

Sie erklärte auch die Tradition der Erntekrone: Erntesträuße von den letzten Ähren erhielten einst die Schnitter, die wiederum dem Gutsherrn dankten. Erst später wurde daraus die Erntekrone, die beim Erntefest durch das Dorf getragen und unter der am späten Abend getanzt wurde.

Landvolk-Vizepräsident Ulrich Löhr erinnerte daran, dass die Trockenheit für die Bürger kaum so spürbare Folgen haben werde, wie 1540, als bei einem vergleichbaren Extremsommer eine Million Mitteleuropäer verhungerten. Heute wird allenfalls das Brötchen einen Cent teurer, wobei höhere Energiekosten und Arbeitslöhne sich hier mehr auswirken als Rohstoffpreise. Löhr wünscht sich zu Erntedank eine höhere Wertschätzung der Menschen für die Leistungen der Landwirtschaft.

     

Solidarisch mit den Landwirten

Landesbischof Ralf Meister dankte allen für die prächtige Erntekrone und würdigte ihren Symbolwert. „Darüber werden wir mit unseren Besuchern ins Gespräch kommen und über die schwierige Erntesituation des Jahres sprechen. Wir sind solidarisch mit den Landwirten“, sagte Meister. Dagegen vermisst er die Bereitschaft zum Verzicht. Er habe in den Meldungen zu den Auswirkungen des Supersommers nur einmal gelesen, dass Wasser knapp werden könnte. Danach tauchte diese Nachricht in den Medien nicht mehr auf, sagte der Bischof nachdenklich.        

Mit Material von Landvolk Niedersachsen
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