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Wolfsmanagement

Experte spricht von "Problemwölfin"

dpa/Ini
am
02.12.2015

Hannover/Dörverden - Wolfsexperte Frank Faß will die Entnahme der Wölfin von Goldenstedt nicht mehr ausschließen.

Nachweislich hat sie im vergangenen Jahr 31 Schafe erlegt: Die auf Schafe spezialisierte Wölfin in den Kreisen Diepholz und Vechta beschäftigt derzeit Liebhaber und Gegner von Wölfen gleichermaßen. So will auch Wolfsexperte Frank Faß die Entnahme der Wölfin von Goldenstedt nicht mehr ausschließen. "Die Wölfin von Goldenstedt hat gelernt, auch hohe Elektrozäune zu überwinden - damit ist sie für mich eine Problemwölfin", sagte Faß, der das Wolfcenter Dörverden leitet. "Es muss eine Option geben, dieses Tier zu entnehmen", sagt Faß. Zuvor hatten bereits CDU und FDP im Landtag die Tötung des Tieres verlangt, das für zahlreiche Schafsrisse in den beiden Landkreisen verantwortlich ist.

"Die Erlegung eines Problemwolfes muss eine Option bleiben, dabei geht es nicht um Stimmungsmache gegen Wölfe im allgemeinen", erklärte Faß. "Sonst verlieren wir bei den Haltern jede Akzeptanz beim Thema Wolf." Die Unterbringung im Gehege wäre für ihn nicht tierschutzkonform.

Umweltminister will Sender

Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) möchte die Wölfin erstmal nur mit einem Sender versehen. "Nach derzeitigem Stand ist die Forderung nach Abschuss des Wolfes der Aufruf zum Rechtsbruch", sagt er. "Eine Entnahme ist im Artenschutzrecht das letzte Mittel zur Problemlösung. Sie ist nur zulässig, wenn es dazu keine Alternativen gibt."

 

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