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Geflügelbranche

Fipronil-Skandal: Deutsche Geflügelbranche nur am Rande betroffen

Eier in Behältern
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Renate Bergmann, LAND & Forst
am
28.08.2017

Knapp einen Monat nach Bekanntwerden des Skandals um mit Fipronil belastete Eier in Deutschland ist die heimische Geflügelbranche nur am Rande betroffen.

Rund einen Monat nach Bekanntwerden des Fipronil-Skandals in Deutschland zeichnet sich ab, dass es sich zwar um einen europaweiten Skandal handelt, die heimische Geflügelbranche aber nur am Rande betroffen ist. Das Insektengift Fipronil wurde nach den vorliegenden Erkenntnissen unerlaubt in das Desinfektionsmittel «Dega-16» zugemischt und gelangte so in die Ställe.

Die für Lebensmittel verbotene Substanz wurde auf fünf Höfen in Niedersachsen nachgewiesen. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Oldenburg laufen; wann mit einem Ergebnis zu rechnen ist, steht nach Angaben eines Sprechers noch nicht fest. Zwei mutmaßliche Schlüsselfiguren des Fipronil-Skandals sitzen in den Niederlanden in Untersuchungshaft. Ihr Unternehmen soll bei der Säuberung von Hühnerställen bewusst Reinigungsmittel mit dem Insektizid eingesetzt haben.

Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Seit Bekanntwerden des Skandals wurden im niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves) mehr als 5.000 Eier auf Fipronil hin untersucht. Nach Angaben des Präsidenten der Behörde, Eberhard Haunhorst, sind in den vergangenen Jahren bestimmte Bereiche wie die Futtermittelüberwachung deutlich verstärkt worden.
Auch könnten heute dank Verbesserungen in der Analytik Rückstände in sehr geringen Mengen nachgewiesen werden, was vor einigen Jahren noch nicht möglich war, sagte der Laves-Chef. Er räumte aber auch ein: «Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, vor allem wenn kriminelle Energie mit im Spiel ist.»

 

Bislang kein Amitraz bei Kontrollen in Niedersachsen festgestellt

 Bei Kontrollen von Eiern sind in Niedersachsen bislang keine Proben mit dem Pestizid Amitraz festgestellt worden. Das teilte das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover mit.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass in Belgien bei einer Analyse der Desinfektionslösung «Dega 16» auch Amitraz gefunden wurde. «Dega 16» gilt als Auslöser des Fipronil-Skandals. Amitraz wird unter anderem in der Tiermedizin gegen Milben und Insekten eingesetzt - bei Geflügel ist es laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) nicht als reguläres Arzneimittel zugelassen. Biozide mit Amitraz sind in der EU verboten.

 

Mit Material von Ini/dpa
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