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Entschädigung

Wer Gänse fressen lässt, bekommt Geld

Wilde Gäste mit viel Hunger: Gänse brüten gerne an Kiesteichen.
Rainer Gerlinger,Bezirksstelle Hannover
am
21.12.2016

Lichtblick bei den Fraßschäden von nordischen Gastvögeln im Rintelner Wesertal (Kreis Schaumburg): Zwei Kieswerke stellen bis zu 20.000 Euro jährlich zur Verfügung, damit Landwirte für den Ernteausfall einen Ausgleich erhalten.

Die Vereinbarung, Ausgleichszahlung bei Tolerierung der Wildgänse zu erhalten, wurde jetzt unter der Regie des Landkreises unterzeichnet. Dezernatsleiterin Andrea Stüdemann von der Kreisverwaltung und Rainer Gerlinger, Leiter der Bezirksstelle Hannover der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), würdigten das freiwillige finanzielle Engagement der beiden Kiesabbauunternehmen.

Beteiligt sind die Kieswerke Ahe Schaumburger Weserkies und Pampel GmbH ,vertreten durch ihre Geschäftsführer Sascha Wagener und Philipp Reese. Sie stellen jährlich bis zu 20.000 Euro zur Verfügung.

Fraßschäden sind keine Wildschäden

Fraßschäden durch Wildgänse sind keine Wildschäden, die nach Jagdrecht entschädigt werden. Es gibt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den vermehrt entstehenden Wasserflächen nach dem Kiesabbau und den immer knapper werdenden Acker- und Grünlandflächen.

Schäden bis 20. März melden

Martina Engelking, Leiterin der Naturschutzbehörde beim Kreis, und Thorsten Schwöbel von der LWK erläuterten das geplante Vorgehen im Einzelnen. Ausgeglichen werden Schäden, die im Winter bis Ende März entstehen. Am Anfang ist ein Vertrag zu unterzeichnen, in dem sich die Landwirte dazu verpflichten, die Gänse auf ihren Flächen nicht zu vergrämen. Die ordnungsgemäße Ausübung der Jagd wird aber nicht eingeschränkt.

Festgestellte Schäden können dann bis 20. März an die LWK Bezirksstelle Hannover gemeldet werden. In mindestens zwei Begehungen Ende März und Ende April durch die Schätzer der LWK werden die Schäden aufgenommen und bewertet. Die gemeldeten Schadenssummen gehen dann an den Landkreis Schaumburg, der die Auszahlung veranlassen wird.
Ansprechpartner ist Thorsten Schwöbel, Telefon 0511-4005-2464; thorsten.schwoebel@lwk-niedersachsen.de

Ein erster Schritt

Zur Informationsveranstaltung im Hofgarten des Klosters Möllenbeck waren rund 50 betroffene Landwirte gekommen. Es gab einen regen Austausch um die „Gänseproblematik“. Vielfach wurde die Ansicht vertreten, dass die größten Schäden durch Brutvögel verursacht werden, die das ganze Jahr die Kiesteiche und umliegende Flächen bevölkern.

Neben einer verstärkten Bejagung und das Vermeiden von Inseln bei der Renaturierung wurden auch Ausgleichsleistungen für Schäden bis zur Ernte gefordert. Einig war man sich darüber, dass mit der unterzeichneten Vereinbarung ein erster Schritt getan wurde, die auftretenden Schäden durch Wasservögel regelmäßig zu beobachten und sich darüber jährlich auszutauschen.

Infos und Antragsformulare www.lwk-niedersachsen.de

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